Sollte man ernst nehmen: Zitat Alexander Czerny: "Das, was wir bisher gesehen haben, war nur ein kleines Vorgeplaenkel".Alexander Czerny,
Jahrgang 1974, studierte nach Abitur und Zivildienst zunächst Wirtschafts- und Politikwissenschaften und schloss dann ein Studium der neueren und neuesten Geschichte an. Seit Jahren ist er als "Ghostwriter" in der Thematik "Internationale Finanzmärkte" unter anderem auch für attac tätig. Nach einem Praktikum bei WEED*) ist er dort weiter als freier Mitarbeiter auf den Gebieten Internationale Währungsbeziehungen, Makroökonomie und Internationale Finanzmärkte tätig.
*) WEED = World Economy, Ecology & Development (Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung), eine nichtstaatliche Organisation aus Deutschland, die 1990 gegründet wurde und sich seitdem für eine sozial gerechte und ökologisch zukunftsfähig gestaltete Globalisierung einsetzt.
Ein Frage: Wann befreit sich diese Menschheit vom Zins und Zinses Zins? Antwort: Wenn die Menschheit vor dem Abgrund steht! Wenn man weiss, das Wasser fliest, versteht man auch den Zyklus des Geldes, so wie es sein sollte; in dieser Welt.
Wasser regnet herab und gibt Nahrung für die Pflanzen.Es enstehen Quellen und Flüsse. Es bilden sich Nahrungsquellen. Durch den Fluss (bewegtes Wasser) entstehen Meere und Gewässer. Verdunstung durch die Fläche und Sonneneinstrahlung ensteht. Somit bilden sich Wolken, die uns den Regen spenden. Ein Kreislauf in Symbiose.
Ohne Zins. Ohne Schuld.
So soll die Zukünftige Welt sein. Denn sie war schon immer so. Nur der Mensch will es nicht begreifen. Geld soll fliessen wie ein Fluss, ohne Zins und Schuld. Ohne Gier und Wachstum. Einfach fliessen. Das ist die Lösung. Die Natur zeigt es uns tagtäglich. Somit ist Glaube nichtig, denn wir sind wissend, das es so ist. Verabschieden wir uns vom Zins, wird die Menschheit gewinnen!
Die Aufgabe des Menschen ist, zu erkennen, das der Schöpfer ist! Wir sind ein Teil davon. Unser Herz schlägt, jeden Tag. Wann beginnt die Menschheit daraus zu schöpfen (erschaffen)? Positive Energie zu erschaffen? Wann? Vergesst den Glauben! Wir sind! Verantwortung! Ehtik. Null ist das Ziel. Symbiose mit der Natur! Waage halten! Alle. Es geht nicht um das einzelne Ereignis. Es geht darum, was das Kollektiv (die Masse) macht. Wenn ein grosser Teil immer noch glaubt, in welcher Beziehung auch immer (Geld / Kirche etc), wird es nicht gelingen. Wissen, das der Schöpfer ist, ist das Ziel. Keine einzige Grenze darf bestehen. Wir sind Mensch, ein Teil des Schöpfers.
Noch kurz eine Erkenntniss, die jeden angeht: CDS - Credit Default Swap Credit (deutsch: Kredit) kommt aus dem Latein: credere - heisst: Glauben http://de.wikipedia.org/wiki/Kredit
Diese "Religion" ist den wenigsten bekannt. Man nennt es Kapitalismus. Und doch glaubt fast jeder unbewusst daran, wie man sieht. Geld. Darf sich jeder selbst denkend mal schlau machen, was das bedeutet! Für mich ist es die grösste Lüge (Sekte), die es je gegeben hat. Dank dem Zins. Und das erschreckende daran, fast alle machen mit.
Wacht endlich auf, bevor es zu spät ist.
Mensch besteht aus über 70 % aus Flüssigkeit!
de Mathi
Freischaffender Produzent: Medien und Content www.zwai.ch
Haben Sie sich schon einmal überlegt :
Warum wir weltweit so viel arbeiten - von Termin zu Termin hetzen – Unsere Familien zerstört werden - in 200 Jahren die Ressourcen verbrauchen, die sich in Millionen von Jahren gebildet haben - Ihnen, unsere Politiker, Bankenwelt wie auch Wirtschaftsführer, das Märchen vom Wachstum, auftischen und es trotz der gewaltigen Wertschöpfung, immer und überall an Geld fehlt? Und warum es tatsächlich, neben diesem grossen Reichtum immer noch Hunger und Kriege geben muss?
Wenn ja, zu welcher Antwort sind Sie gelangt?
Auch wir machten uns Gedanken zu diesen Fragen und fanden einige höchst bedenklichen Antworten.
Und, in diesen Einsichten stehen wir tatsächlich nicht alleine im Raum.
Es ist einzig und allein: Die wiederkehrende Frage unserer Existenz, oder Woher und Wohin? Nun, das einzige was wir sicher wissen ist: Ich bin!
Das Ego des Menschen geht nun den Weg der Logik, die aussagt, wenn ich nun mal bin, interessiert es mich nicht so sehr was war und was sein wird, sondern wie es jetzt ist. Und weil es sicher viel schöner ist in einem „göttlichen“ Zustand zu sein, streben wir dieses Ziel unermüdlich an. Was für den echten Gottessucher zur Erlösung aus dem Wiederkehrenden führt, wird für den Materialisten zum Spiessrutenlauf.
Was anfangs aus dem einfachen Überlebenskampf entspringt – sich als Stärkung des Ego erweist, steigert sich vom Sammler zu dem Besitzendem bis zu dem Mächtigen. Das „Haben wollen“ ist erwacht!
Dieses Spiel wiederholt sich wohl seit der Existenz des Menschen.
Welcher Zustand würde nun wohl auf unserer Erde anzutreffen sein, wenn jeder tun und lassen könnte wie es ihm beliebt? Also keine Gesetze, keine religiösen Leitgedanken, keine Strukturen?
Wir hätten uns vermutlich von diesem Planeten längst eliminiert.
Die Erkenntnis daraus ist folglich: Wir brauchen Strukturen und Gesetze, damit „Wir“ zusammen überleben. Wir wissen, dass wir nur überleben, wenn wir Gesetze, Richtlinien, Glaubensätze usw. schaffen, die den Menschen ein möglichst „freies“ Leben in doch einer gemein-schaftlichen Ordnung, ermöglichen.
Geschichte des Sammlers:
Nun haben wir jedoch auch sehr schnell erkannt, dass wir es alleine nicht zu sehr grossen Errungenschaften bringen und uns deshalb Gruppieren müssen. Wie auch in der Tierwelt brauchen wir nun also einen „Chefsammler“, der sich im Machtkampf an der Spitze halten kann, bis er eines Tages vom jüngeren und stärkeren, vom Thron verdrängt wird.
Wir sind äusserst bedacht unsere Gruppe so stark und so gross wie irgend es möglich ist, wachsen zu lassen, weil wir dann viele Freunde haben die für uns sammeln oder arbeiten. Das dies möglich ist verdanken wir der Tatsache, dass von einigen cleveren „Führern“ eine Floskel verbreitet wurde, die wir „freier Wettbewerb“ nennen. Hier gestatten wir es allen Menschen sich in diesem Wettbewerb profilieren zu können. Das dies jedoch nicht immer so wahr, wissen wir auch. Doch als dieses beschlossen wurde, gab es eben bereits einige grosse „Sammler“ welche sich schon vorher einen beträchtlichen Teil an „Sammelgütern“ sichern konnten. Weil damals viele die nicht solch grosse Sammlungen vorweisen konnten, mit Neid empor schauten, haben die grossen Sammler eben diesen „Wettbewerb“ erschaffen. Clever indessen war der gekonnte Schachzug der Grossen, als sie den kleineren etwas von ihrer Sammlung, gegen ein „kleines“ Entgeld, zur Verfügung stellten. So sicherten sie sich ihre Sammlung und erhielten ja noch mehr ohne das der Kleinere zu kurz zu kommen schien. In der Vergangenheit gab es nun immer wieder Formen der Ordnung, welche funktionierten und andere die nicht funktionierten. Wenn wir diese Entwicklungen betrachten, erhalten wir immer wieder ein sehr bekanntes Bild – Nämlich, dass diese Sammler immer sehr fleissige waren. Es gab Sammler, die für ihre Anhänger sehr viel Gutes getan haben, die deshalb auch lange von den Untergebenen akzeptiert wurden und es gab Sammler welche von ihren Untergebenen nur forderten, diese Sammler konnten sich meistens nicht sehr lange an der Macht halten, weil sie sehr schnell von den Untergebenen durchschaut wurden und nachfolgend vom Throne gestürzt wurden. So gab es Sammler die ganze Völker und Nationen unter sich vereinen konnten, weil sie es sehr geschickt angingen. Sie haben dann die nationale Hohheit ausgerufen und schrieben eine „Landesverfassung“ an die sich die Untertanen in Zukunft halten sollten.
In manchen Ländern und Nationen klappte es nicht lange, was immer wieder zu Krieg führen sollte. Natürlich war auch immer wieder die Gier und die Sammellust der Mächtigen dafür verantwortlich. Dafür erstellte man verschiedene Modelle wie es besser funktionieren könne und nannte sie beispielsweise: Diktatur, Monarchie, Oligarchie, Kommunismus, Republik oder die beste für den echten Sammler, die Demokratie....siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Staatsformen
Die beste deshalb, weil in der Demokratie die unteren Sammler mitreden und Entscheidungen beeinflussen konnten, was sie der Meinung machte, selbst über Ihr Schicksal entscheiden zu können, was tatsächlich nicht der Fall war, weil sie nicht wirklich mitreden konnten, was die grossen Sammler mit dem gesammelten anstellen würden. So hatten die grossen Sammler die kleinen über den Tisch gezogen. Sehr viele aus den Völkern aber hielten auf Grund ihres Nichtwissens, diese Form für die beste und forderten dies von den anderen Völkern mit immensem Nachdruck. Sie benutzten alle Mittel um diese Völker von der Notwendigkeit zu überzeugen, in die Demokratie einzusteigen. Dies freute die grossen Sammler insgeheim natürlich sehr.
Jedenfalls reichte es einfach nie wirklich, einigen grossen Sammlern die Gelüste zu stillen, weshalb sie sich über die Nationen und Staaten hinaus mit dem Sammeln zu beschäftigen begannen. Sie trennten das eigene wie auch verliehene Sammelgut aus den Staaten und sammelten so frei von allen staatlichen Abmachungen. Das schien im ersten Moment die Lösung aller Probleme und funktionierte für aller Arten von Sammlern, sehr gut. Sie nannten dies „Globalisierung“, abgeleitet von Globus dieser runden Erdkugel. Doch so langsam und schleichend zeigte sich, dass dies doch auch nicht richtig funktionieren sollte, weil es einfach nichts mehr zu sammeln gab, denn die Erde ist ja rund und einmal losgezogen, trifft man sich wieder am selben Fleck.
Langsam aber sicher begriffen die Menschen das sie von den sehr grossen Sammlern, betrogen wurden. Doch niemand wusste genau was in dieser Situation denn nun geschehen sollte. Ausserdem mussten viele Menschen erkennen, dass es wegen dem vielen Sammelgut zu vielen Problemen kam, denn alle wollten möglichst viel von diesem Sammelgut.
Ja und was dann geschah, wird uns die Zukunft zeigen...
So, nun haben Sie es sicher längst erkannt, ich spreche hier vom Geld, von dem seit je her jeder nie genug haben kann und dass sich leider durch den Tribut den Zins, andauern vermehrt, jedoch wertlos wird, wenn wir nicht auch genauso viel Leistung erbringen, wie es Geld auf dem Markt zu haben scheint. Da es wegen dem Zins zu immer grösseren Geldmengen kommt, die erstens nur mit entsprechenden „Sicherheiten“ wieder ausgeliehen werden können (Bankengesetz, eingeführt, wegen Verschuldungsgefahr) und zweitens durch mehr Arbeitsvolumen wieder ausgeglichen werden müssen, gelangt dieser Kreislauf früher oder später in einen kritischen Zustand.
Das Ideale an diesem Zustand ist die Tatsache das unsere „Sammler“ sich kontinuierlich alles aneignen. Dazu gehören Ländereien, Liegenschaften, Geschäfte wie auch Renten und Sparguthaben via Spielcasino: Börse.
Das dies schon seit längerem nicht mehr funktioniert, wird den Menschen zum grössten Teil verschwiegen. Dies deshalb, weil dann die Menschen wohl nicht mehr so viel arbeiten würden, wie das vom Geldsystem gefordert ist, um all diese „Sammler“ zu befriedigen.
Doch dieses sollten die Menschen sehr dringend erfahren, weil wir in diesem Prozess eben viel zu viel verbrauchen, was unsere Nachkommen eben auch dringend benötigen werden.
Es verbraucht einfach alles!
In diesem Wahnsinn schrecken wir nicht zurück, alles als unser „gutes Recht“, das uns schliesslich zusteht, anzusehen und bereichern uns mit jedem Mittel, wenn es nur unseren Reichtum vermehrt. Brot und Spiele.
Um dies nicht klar preisgeben zu müssen, fällt dem System resp. Den Oligarchen, allerlei ein, wie die Menschen zu mehr Leistung zu motivieren sind. Sie nennen es jedoch immer „Wettbewerb“ was ja eine freie Entscheidung beinhalten sollte! So wird es den Menschen jedenfalls erklärt. Die Standards werden laufend höher gesetzt, was immer neue Ausbildungen und Schulungen sowie Gremien und Studien wie PISA, welche Kinder am besten schon ab der Mutterbrust „Vorschulen“ würden, voraussetzt. Auch schickt man nun, natürlich unter dem Thema "Gleichberechtigung", auch die Frauen um zu Arbeiten weil der Lohn des Vaters nicht mehr ausreicht um den hohen „Lebensstandart“ den man ja präsentieren sollte, bezahlen zu können. So benötigen wir Tagesstätten für unsere Kinder in welchen sie noch früher zu „Wirtschaftsfähigen Instrumenten“ abgehärtet werden können, denn auch sie sollten möglichst bald, dem durch die Medien vorgegebenen Musterbild, entsprechen und zu gefügigen Konsumenten werden.
Das dies trotz aller aufkommenden Aufmüpfigen in Zukunft weiterfunktionieren soll, scheuen sie vor nichts zurück. So werden die Menschen gegeneinander aufgestachelt, um ihnen im späteren Schachzug den Terrorismus unterzubinden, was zur „gewünschten“ stattlichen Kontrolle aller Menschen führen soll.
Dem sollten wir geschlossen Entgegen treten....Doch so lange Geld und „Haben wollen“ die einzigen Motivationen sind?
Die einzige Chance zur Legitimität des Zinsgeldsystems, wäre die bedingungslose und konsequente Rückführung in die untersten Bereiche. Dies würde zum einen die Wirtschaft anheizen, was wiederum durch Anhebung der Preise (Wertschöpfung und Erhaltung) im Schach gehalten würde, diese würden sich im späteren Prozess trotz Wirtschaftssenkung, durch höhere Gewinne, wieder positiv äussern. Regionale Bereiche würden wieder aufleben und die Farbe im Angebot wie auch Beschäftigung fördern. Differenzen soll die Zentralbank in Turnus ausgleichen. Durch wiederbezahlbare Steuern erhält der Staat oder noch besser die Wirtschaftswabe, die erforderlichen Mittel zur Erfüllung der Pflichten. Der Wirtschaftsapparat kann sich zu einem Gesunden und umweltschonenden System entwickeln. Das Ganze ist durch eine Form von Mehrwertsteuer geregelt.
Geld abgeleitet von Gold. Eigentlich sollte es heissen Gelt, abgeleitet von gelten oder vergelten, denn da zeigt sich was Geld eigentlich sein sollte: Eine Abgeltung von Leistung.
Heute "verdienen" viele Menschen ihren Unterhalt bis monströse Gewinne, an der Börse. Hier sollten wir besser anfügen: Stehlen! Denn, sie erbringen dabei keine Leistung oder Gegenleistung zu dem gewonnenen Geld. Diese Leistung jedoch muss aber irgend jemand erbringen, weil ja sonst der Wert des Geldes fallen würde. Deshalb verlagern wir die Arbeit in Billiglohnländer, um durch das Lohngefälle verursacht durch die Währungsdiverenzen, den Gewinn zu erzielen, um den abgezockten Fehlbetrag wieder auszugleichen.
Früher sprach das Geld noch mit symbolischer Mahnung, wie mit dem Geld (bzw. Leistung) umzugehen wäre.
Ehemalige 100er Note der Schweiz, mit dem Sankt Martin, der dem Verwundeten hilft!
Humans Hope
„Unser Land ist wertvoller als euer Geld. Es wird immer da sein. Nicht einmal Feuer kann es zerstören. Solange die Sonne scheint und Wasser fließt, wird dieses Land bestehen und Menschen und Tieren Leben spenden. Wir können das Leben von Menschen und Tieren nicht verkaufen, daher können wir auch das Land nicht verkaufen. Der Große Geist hat es für uns erschaffen, und wir dürfen es nicht verkaufen, denn es gehört uns nicht. Ihr könnt euer Geld zählen und es verbrennen, und ihr braucht dazu nicht länger als ein Büffel, der mit dem Kopf nickt, aber nur der Große Geist kann die Sandkörner und Grashalme dieser Ebenen zählen. Als Geschenk werden wir euch alles geben, was wir haben - alles, was ihr forttragen könnt; aber unser Land - niemals.“ Ein Häuptling der Blackfoot, in: Weisheit der Indianer, a.a.O., S. 31.
Der HERR sprach aber zu Mose: Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben es angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat. Und der HERR sprach zu Mose: Ich sehe, daß es ein halsstarriges Volk ist.
Der Tanz um das goldene Kalb. An Stelle des goldenen Kalbes trat Moses und mit ihm das Christentum, das mit den zehn von Gott ausgestatteten Geboten vom Berg Sinai herunter kam, um das goldene Kalb zu zerstören. Das Christentum war jedoch wiederum nichts weiter als ein Tanz um ein goldenes Kalb. Und wieder ist ein neuer Moses angetreten, und wieder ist das goldene Kalb zerstört werden. Und diesmal war das goldene Kalb in Beton gegossen, aber der Tanz geht weiter.
Christentum und Kapitalismus War der Anschlag auf das WTC (und das Pentagon) ein Angriff auf die Symbole des Kapitalismus und damit auf den Kapitalismus oder den virtuellen Kapitalismus und auf seine Verteidigungseinrichtung selbst? Oder war es ein Anschlag auf das Christentum als Religion und seine Symbole (Twintowers = Kirchtürme) und damit ein Anschlag auf die, wie es seine Vertreter nicht müde werden zu erwähnen, zivilisierte Welt? - Es tut sich gleich, denn Kapitalismus und Religion gehen Hand in Hand in einer "zivilisierten Welt", ja, eine Religion ist der optimale Nährboden für einen Kapitalismus, der fast ein Kannibalismus ist; beide haben einen äußerst imperialistischen Charakter - christliche Imperialisten beriefen und berufen sich immer auf ihren christlichen Gott (100 Millionen Opfer der christl. Eroberer in den ersten 150 Jahren der Besiedelung des amerikanischen Kontinents) - und beide haben einen exorbitanten Allmachtsanspruch, seine Vertreter eine unilateralistisches Herrschaftsdenken und das in den westl. Industrieländern meist oder fast immer sogar unter dem Deckmantel einer sog. demokratischen Staatsstruktur in der jedem an ihr Teilnehmenden ein Freiheitsbegriff suggeriert wird, an dem dann doch nur die partizipieren können, die es sich leisten können an dieser sog. Freiheit zu partizipieren. Die per Selbstdefinition Guten in diesem Expansionskrieg kämpfen gegen einen Feind, den sie zur Legitimation ihrer Agression Böse machen. Sie nennen ihren Feind Fundamentalist. Um jedoch schon ein christlich zivilisierter Kapitalist zu sein muss Mensch Fundamentalist sein; Kapitalismus setzt Fundamentalismus immer voraus, gemässigte Kapitalisten gibt es nicht. Die vermeintlich Guten in diesen Territorialkämpfen sind die Bösen, hier kämpfen die Bösen gegen die Bösen, in diesem Kampf gibt es keine Guten, wie es in keinem Kampf Gute geben kann. Es ist immer der Kampf um Territorien, Territorien für die Erbauer der goldenen Kälber und deren Gefolgsleute und immer kommen neue Moses´ um die goldenen Kälber zu zerstören und ihr Volk in ein gelobtes Land zu führen um neue Kälber in Gold zu giessen.
Fazit: Kapitalismus plus Theismus minus Freiheit ist gleich Tanz um das goldene Kalb. Aber letzten Endes ist alles eins.
Die Rendite-Diktatur und die Demokratie
Zweiter Teil des neunteiligen Dossiers
Beitrag von Hans Olbrich
Die Privatisierung von Demokratie, Solidarität und Freiheit
Große Vermögen bestehen üblicherweise zu hundert Prozent aus Kapitalerträgen, das heißt Zinseinnahmen, die ohne eigene Leistung erzielt werden. Aber Zinsen fallen nicht vom Himmel, sondern müssen von allen anderen erarbeitet und gezahlt werden, auch wenn sie keine eigenen Schulden haben. Mehr noch. Während jeder kleine Arbeiter oder Angestellte von seinem kleinen Lohn Sozialabgaben an den Staat abtreten muss, sind Kapitalerträge auch von solchen Abgaben befreit. Auf diese eigentlich doppelt skandalöse Art und Weise wird auf der einen Seite immer mehr Geld zu immer mehr Geld gehäuft und auf der anderen Seite immer mehr Mangel erzeugt. Die Folge sind immense Schulden von Bund, Kantonen und Gemeinden, kleinen Unternehmen und „kleinen“ Leuten.
Damit befindet sich aber die wirtschaftliche Realität einer absoluten Mehrheit der Schweizer Bürger außerhalb der von der Verfassung vorgegebenen Grundrechte wie Freiheitsrecht, Gleichheitsgrundsatz, Eigentumsrecht und Sozialstaatlichkeit.
Wie ist das möglich? Einfach so: Der Gesetzgeber hat das Geldsystem nie problematisiert und nie zum Gegenstand demokratischer Untersuchung und Entscheidung gemacht. Trotzdem nennt sich unser Staat demokratisch. Trotzdem steht in der Präambel zur Bundesverfassung der Schweizer Eidgenossenschaft, „dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen.“ Da muss jemand die Feder geführt haben, der nichts von den wirklichen Wirkmechanismen des Geldes versteht. Und also auch nichts davon, wie die Geldmacht mit ihren Privatisierungsansprüchen die Staatsmacht aushöhlt und ablöst.
Denn immer mehr weicht die sprichwörtliche eidgenössische Solidarität mit den Schwächeren einer neoliberalen Diktatur der Stärkeren, die nicht nur staatliche Leistungsbereiche privatisieren wollen, sondern auch die Entscheidungswege dahin. Dazu braucht man die Medien.
Mit der Konzentration des Kapitals wächst auch die Konzentration in der Wirtschaft. In allen Branchen entstehen immer größere Gebilde, deren Lobby nicht nur extern, sondern auch intern auf subtile Art und Weise Interessen schützt und durchsetzt. So auch bei den Medien, die selbst immer mehr zu einer neoliberalen Bewusstseins-Industrie umgezüchtet werden.
Welcher Redakteur einer großen Zeitung könnte es sich leisten, einmal den Zusammenhang zwischen Zins, Reichtum, Wachstumszwang, Arbeitslosigkeit und Armut so zu thematisieren, dass es verständlich ist für Leser, die darüber noch nie etwas gehört oder gelesen haben?
Aber wir haben doch „Pressefreiheit“ und „Meinungsvielfalt“, oder? Und da wird doch über alles berichtet, oder? Natürlich steht viel über Wachstum hier und Arbeitslosigkeit da und Staatsschulden dort zu lesen. Aber dem Leser werden nie die Zusammenhänge erklärt. Stattdessen wird er mit möglichst vielen „wissenschaftlich“ anmutenden Details überfordert, so dass er sein Unverständnis seiner eigenen Unfähigkeit zuschreibt und abschaltet. Das ist der eine Teil der „Pressefreiheit.“ Der andere ist leiser, da wird nur geschwiegen.
Wenn zum Beispiel ein großer Buchverlag plötzlich einen Titel herausbringt, in dem die bösen Streiche der Pharma-Industrie akribisch recherchiert nachgewiesen werden, dann findet man in den großen Konzern-Medien nicht eine einzige Rezension über dieses Buch. Ein Redakteur, der trotzdem so etwas versuchen wollte, wird entweder unbegründet gebremst oder aus ganz anderen Gründen gekündigt.
So pflegen Industriekonzerne, Medienkonzerne, Universitäten, Institutionen, Berufsverbände, Parteien und Personen mit verstehendem Nicken oder bei Bedarf mit harten Bandagen ihre gemeinsamen Interessen und Pfründe und Profite auf Kosten auch der Pressefreiheit und damit der demokratischen Freiheit.
Auch in den Wirtschaftswissenschaften ist es üblich und aus vielerlei Gründen persönlich dienlich, das Geld zwar akribisch zu „analysieren,“ nicht aber seine verheerende Wirkweise zu thematisieren. Und so verlassen immer wieder neue Wirtschaftswissenschaftler die Universitäten mit den alten, ehernen Glaubenssätzen, zu denen auch die Unantastbarkeit des Zinses gehört.
Tieferes Wissen über das Geld fehlt in der Allgemeinbildung des Schweizer Bürgers ebenso wie in den Bildungsplänen der Schulen. Dorthin werden aber „Schuldenberater“ geschickt, um die Folgen der neoliberalen Indoktrinierung junger „Zielgruppen“ zu bearbeiten. So wird durch reine Symptombearbeitung die Illusion von Freiheit genährt. So wird mit der halben Freiheit die ganze Freiheit ausgehebelt, wie sie in der Präambel zur Bundesverfassung der Schweizer Eidgenossenschaft gemeint ist. Dort steht nämlich auch, „dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht.“
Die Crux mit unserem Geld oder jeder braucht es und keiner weiss was es ist Artikel zusammengestellt von INWO Schweiz
Die heutigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind offensichtlich weit mehr als nur eine vorübergehende Unpässlichkeit. Je mehr Opfer sie fordern, desto dringender stellt sich die Frage nach den Ursachen. Diese bei unserem Geld und unserem Geldsystem zu suchen, wäre eigentlich naheliegend, ist aber für viele eher ungewohnt.
Höchste Zeit, den Nebel zu lüften, der unser Geld heute noch umgibt!
Geld als Grundlage des Arbeitsteilung und Basis der Zivilisation
Erst das Geld ermöglicht uns die arbeitsteilige Gesellschaft und Geld zu haben ist ein grosses Stück Freiheit. Ohne Geld wäre unsere Zivilisation nicht denkbar und jeder kann sich vorstellen was es heisst, wenn eine Situation eintritt wo Geld plötzlich fehlt oder es sich entwertet.
Die modernste Geschichte ist voll von Beispielen wo das Geld in eine Krise gerät und schlimme Folgen hat.
Umso wichtiger ist es zu verstehen wie unser Geldsystem aufgebaut ist und wo grundlegende Probleme bestehen die zu einer solchen Krise des Geldes führen können.
Die Funktionen des Geldes
Die meisten unter uns verstehen unter Geld ein Tauschmittel das man zum Kauf einer Ware braucht. Da jeder etwa weiss was sein Geld wert ist, vergleicht der Konsument natürlich die Preise der verschiedenen Anbieter und kauft da ein, wo seiner Meinung nach die beste Gegenleistung geboten wird. Daneben kann man überschüssiges Geld auf verschiedene Weise anlegen und sich ein Vermögen aufbauen. Geld hat demnach folgende Funktionen:Tauschmittel Preismasstab Wertgegenstand
Nun möchte der Anleger natürlich die beste Rendite für sein Geld bekommen, ja er erwartet, dass sich sein Geld sogar vermehrt und vergleicht die verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage. Er steht vor der Wahl sein Geld in Sachkapital (zum Beispiel ein eigenes Haus) oder in einer Wertschrift zu investieren.
Entscheidet sich der Anleger für eine Wertschrift, geht wohl zur Bank die in berät welche Möglichkeiten bestehen sein Geld anzulegen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, in der Regel ist es so, dass bei hoher Renditeerwartung auch das grössere Risiko besteht und bei kleinerer Renditeerwartung das Risiko geringer ist.
Gehen wir nun mal davon aus, dass unser Anleger nicht ein grosses Risiko eingehen will, so wählt er eine Anlageform die ihm den marktüblichen Zins einbringt. Er wählt dann etwa eine Staatsobligation oder eine Obligation einer privaten Firma.
Überlegt sich der Anleger aber den Bau eines Hauses das er dann vermieten will, so richtet sich seine Entscheidung, ob er das Haus bauen will auch daran, welche Rendite er für seine Investition erwarten kann. Merkt er, dass sein Haus keinen Mehrwert der getätigten Investition bringt, so entscheidet er sich wohl eher sein Geld in einer Wertschrift zu investieren.
Diese Überlegung machen sich auch Anlagefonds und grosse Firmen. Eine Investition in den Ausbau der Firma misst sich immer daran, welche Rendite das Geld selber einbringt. Das heisst Investitionen werden nur getätigt, wenn sie den marktüblichen Zins mindestens erreichen.
Der "innere Wert" das Geldes als Zins
Die Folgerung aus diesen Überlegungen ist, dass das heutige Geld einen "inneren Wert" besitzt und der drückt sich in der Höhe des Zinssatzes auf dem Geld- und Kreditmarkt aus.
Oder um es in der Sprache der werbenden Banken zu sagen: "Lassen Sie ihr Geld arbeiten".
Dieser "innere Wert" des Geldes verlangt aber einen Mehrwert auf der realwirtschaftlichen Seite.
Nun aber wer hier wirklich arbeitet ist nicht das Geld, sondern vielmehr sind Sie es selber oder sonst jemand auf dieser Welt. Denn jemand muss mit seiner geistigen oder körperlichen Leistung dafür sorgen, dass der "innere Wert" des Geldes auch bedient wird. Denn gelingt das nicht mehr, diesen Mehrwert zu schaffen, so werden sie, oder sonst jemand auf dieser Welt, unter Druck kommen. Sie, oder sonst jemand in dieser Welt, muss dann produktiver Arbeiten oder sein Einkommen reduzieren.
Denn Kapital muss bedient werden, wie es der ehemalige deutsche Arbeitgeberpräsident Hans Martin Schleyer es einmal ausdrückte.
Nun stellen sie sich vor, jemand besitzt bereits ein Vermögen von 10 Millionen Franken. Ja er weiss, die erste Million war harte Arbeit, doch nun geht es immer leichter. Warum das so ist hat er nie richtig hinterfragt, denn wer hat dem wird gegeben. Wenn er nun sein Geld etwas geschickt anlegt, so kommt er sicher auf 5 % jährlichen Mehrwert seines Vermögens. Das sind dann rund Fr. 500'000.-. Davon braucht er Fr. 150'000.- zum Leben, dann zahlt er die Steuern und den Rest legt er wieder an. Seine Arbeit ist nun zum Hobby geworden. Er gehört zu den Siegern.
Doch jemand muss diesen Betrag von Fr. 500'000.- erwirtschaften. Er wird einen Lohn für seine Arbeit erhalten der nicht dem vollen Arbeitsertrag seiner Leistung entspricht und er muss den in allen Preisen unsichtbar enthaltenen Zinsanteil bezahlen.
Der "innere Wert" des Geldes, der Zins, ist ein unserem Geldsystem innewohnender Umverteiler. Er verzerrt den Markt und das umso mehr, je kapitalintensiver unsere Wirtschaft geworden ist. Die Vermögen einiger weniger werden immer grösser und die Schulden auf der anderen Seite der Bilanz verteilen sich auf den Staat, die Unternehmen und immer mehr auch auf Private.
Wichtig ist es auch zu wissen, dass dem Vermögen immer die gleiche Höhe von Schulden gegenüberstehen. Je mehr Vermögen und Schulden anwachsen, umso mehr fliesst Zinsgeld von den Schuldnern zu den Vermögenden. Und dieses Geld muss Jahr für Jahr neu erwirtschaftet werden. Fällt nun das Wachstum des Bruttosozialprodukt hinter das Wachstum der Zinsstromes zurück, so entfällt dem Produktionsfaktor Arbeit weniger Geld zu, die Löhne aus Arbeit fallen. Die Wirtschaft muss deshalb wachsen, ansonsten wir, oder sonst jemand in der Welt, ärmer wird.
Ursachen des Zinses
Erklärungen warum es den Zins gibt, gibt es einige. Die Theorien zur Zinsbildung und zur Bestimmung der Zinshöhe gehen aber weit auseinander, sind teilweise kontroversiell. Grob kann unterschieden werden zwischen Theorien, die den Zins als reales Phänomen betrachten und solchen, die den Zins als monetäre Erscheinung verstehen.
Die realen, klassischen, Zinstheorien haben ihren Ursprung in der Überlegung, dass der Zins eine Abgeltung für einen Konsumverzicht auf Zeit und umgekehrt darstellt. Die Höhe bestimmt sich in diesem Fall durch die Investitionsnachfrage und das Angebot an Ersparnissen.
Monetäre Theorien gehen von einem Preis für Geld aus, als sogenannte Liquiditätsprämie. Denn wer liquid ist, kann einen günstigen Moment für eine Investition abwarten, im Gegensatz zu einem Produzenten der seine Ware in einer gewissen Frist verkaufen muss. Der Zins entsteht dadurch, dass Geld viel beweglicher ist, als etwa eine Ware oder ein arbeitender Mensch je sein kann. Nach Keynes ist es gerade der hohe Nutzen des so beweglichen Geldes, das den Zins verursacht. Mit anderen Worten, es besteht eben die Möglichkeit das Geld als Wertgegenstand zu halten und es zu horten. Keynes nennt das die "Spekulationskasse". Die Höhe des Zinses bestimmt sich aus der Überein- stimmung von Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage besteht aber dabei nicht nur aus der Nachfrage nach Krediten, sondern das gehortete Geld tritt ebenfalls auf der Nachfrageseite auf. Das heisst, es erzwingt einen höheren Zinssatz auf dem Kreditmarkt.
Wird nun viel Geld gehortet, so muss die Zentralbank Geld nachschiessen, um das dem Tauschkreis entzogene Geld zu ersetzen, ansonsten eine Deflation, ein Preiszerfall der Waren, droht. Sie wird deshalb die Zinsen auf dem Geldmarkt (der Handel zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken) senken, was aber eben nicht direkt eine Zinssenkung auf dem Kreditmarkt (der Handel zwischen Geschäftsbanken und Kreditnehmern) zur Folge hat.
Doch dienen alle diese zum Teil sehr komplizierten Zinstheorien dazu, wie unter den gegebenen Bedingungen eine optimale Geld- und Wirtschaftspolitik betrieben werden kann. Faktum ist, dass es immer wieder neue Situationen gibt, bei der alle Theorien versagen. Die Geschichte ist voll von solchen Beispielen. Man kann es drehen und wenden wie man will, letztlich führt jede Zinswirtschaft zu Krisen und Zusammenbrüchen, einfach deshalb weil dem Geld mit dem Zins eine zeitliche Komponente dazukommt und das Geld sich immer mehr dort ansammelt wo bereits viel Geld ist. Das Geld ist eben nicht ein neutrales Tauschmittel.
Der Zins als Umverteiler
Die Schuldzinsen und auch die Verzinsung des Eigenkapitals einer Unternehmung sind als Kostenanteile in jedem Produkt enthalten. Je kapitalintensiver die Produktion eines Unternehmens ist, sprich: je mehr sie auf Maschinen und technischen Anlagen basiert, desto grösser ist dieser Zinsanteil. Er macht bei vielen Produkten rund einen Drittel des Preises aus und beträgt im Fall der Wohnungsmieten sogar rund 75 Prozent, denn bei Wohnungsmieten kommt der kapitalisierte Boden noch dazu. Wir alle berappen diese Zinsanteile über die Produkte, die wir kaufen.
Aber wohin fliessen all diese Gelder? Letztlich als Zinsen und Zinseszinsen an die Kapitalgeber. Auf diese Weise findet eine gigantische, aber dennoch fast unbemerkte Umverteilung von den 80 Prozent ärmeren und mittleren Bevölker- ungsschichten zu den 10 Prozent Reichsten statt (bei 10 % gleicht es sich aus). Je reicher jemand bereits ist, desto stärker profitiert er von diesem Prozess. Wer ein Vermögen von 2 Milliarden Franken zu 5 Prozent Zins anlegt, der bezieht jeden Tag mehr als eine viertel Million arbeitsloses Einkommen...
Anstatt bewundernd oder neidisch auf grosse Reichtümer zu schauen, sollten wir wohl allmählich lernen zu fragen, wie sie entstanden sind und sich weiter vermehren. Auch wenn sie ganz legal erwirtschaftet wurden, basieren sie auf Geld, das u.a. über den Zins und Zinseszins der Gesellschaft entzogen wurde. Besonders ausgeprägt gilt dieser Zusammenhang für Zeiten wirtschaftlicher Stagnation, in denen sich das Geld kaum mehr über neues Wachstum vermehren kann.
Denn damit dieses System weiter existieren kann, muss die Wirtschaft weiter wachsen, das Kapital muss bedient werden und seit dem Ende des Bretton Woods Systems 1971 hat sich die Situation dramatisch zugespitzt. Denn seither kann das Geld frei rund um die Welt fliessen, und bestimmen wo und zu welchen Bedingungen.
Bretton Woods und die folgende Liberalisierung der Finanzmärkte
Im Jahre 1944 fand die Bretton Woods Konferenz im Staate New York statt, bei der die neue Weltwährungsordnung beschlossen wurde.
Eine besondere Rolle spielte der Brite John Maynard Keynes. Er machte den Vorschlag, Guthaben seiner neu zu schaffenden internationalen Währung "Bancor" ab einer bestimmten Höhe mit Strafzinsen zu belasten. Da sein "Bancor" reines Buchgeld sein sollte, wären die Strafzinsen auf "Bancor" Guthaben Liquiditätskosten und somit eine Entsprechung der Idee von Silvio Gesells Haltekosten auf Bargeld.
Diese Idee hatte ja schon die Unterstützung von Keynes' berühmtem amerikanischen Kollegen Irving Fisher gefunden, der immerhin als bedeutendster Geldtheoretiker seiner Zeit galt. Während der Weltwirtschaftskrise verfasste dieser einen Leitfaden für die kommunale Einführung von "gestempeltem Geld", nachdem sein Versuch, die amerikanische Notenbank von der Idee zu über zeugen, keinen Erfolg hatte.
Auch Keynes hatte bei der Bretton Woods Konferenz mit seinem Vorschlag keinen Erfolg, es setzte sich der Vorschlag des Amerikaners White durch. Dieser Vorschlag machte de facto den Dollar zur weltweiten Leitwährung. Das Abkommen sah vor, dass die Zentralbanken verpflichtet sind, die nationalen Währungen stabil zu halten. Das führte in der Praxis dann dazu, dass die Amerikaner stets eine "lockere" Geldpolitik betrieben und die anderen Zentral- banken gezwungen waren freie Dollars aufzukaufen, um so ihre Währung zum Dollar halten zu können. Im Grunde exportieren die Amerikaner damit die Inflation in andere Länder. Die aufgekauften Dollars hätten die Zentralbanken bei den Amerikanern in Gold tauschen können, doch als der Franzose de Gaulle dies auch wirklich verlangte, ging es nicht mehr lange bis Nixon im Jahre 1971 das Abkommen für ungültig erklärte.
Man ging damit zum System der freien Wechselkurse über, der Beginn der so genannten "Globalisierung". Von nun an gewannen die Finanzmärkte immer mehr Macht über die Realwirtschaft und die Politik.
Für die Amerikaner selber hatte dies zur Folge, dass ihre Inflationsrate anstieg, denn ein Export der Inflation war nun nicht mehr möglich. Es folgte dann, das Wiederaufleben der klassischen liberalen Ökonomie, etwas in modernerer Form, genannt Neoliberalismus. Dieser sieht vor eine restriktive Geldpolitik zu betreiben um der Inflation Einhalt zu gebieten. Die Folge davon sind höhere Realzinsen, was aber Gift für die kapitalintensive Produktion ist. Folglich muss man der Produktion optimale Rahmenbedingungen schaffen oder sie in Billiglohnländer verlegen.
Doch während die Produktion darbt, die eigentlichen Wertschöpfer, wurde die Devisenspekulation zu einem der lukrativsten Geschäfte. Dadurch werden immer grössere Teile des weiter wachsenden Geldvolumens nicht mehr zu Produktions, sondern zu Spekulationszwecken eingesetzt. Diese Spekulanten verfügen über enorme liquide Mittel, so dass sie gezielt ein Land angreifen können um eine Währung unter Druck zu setzen. Im Grunde treten so auf, als wären sie eine Zentralbank, allerdings ohne Verantwortung für den Schaden den sie anrichten.
Auch bildet sich immer mehr "fiktives Kapital" wie etwa die riesig angewachsene Derivatblase zeigt. Diese "Finanzinstrumente" versprechen dem Besitzer einen Anspruch auf künftigen, gar noch nicht realisierten Gewinn. Das heisst, die Zukunft ist bereits verkauft, der Mehrwert ist bereits abgeschöpft. Dasselbe geschieht bei den Börsenkursen, deren Steigen anzeigt, dass sich eine Investition in Papiere mehr lohnt als in reale Investitionen.
Überall schiessen denn auch immer neue "Finanzdienstleister" hervor, denn das Geschäft aus Geld noch mehr Geld zu machen ist weitaus lukrativer als selber etwas zu produzieren. Das Märchen der Ökonomen, dass Branchen mit hoher Wertschöpfung gefördert werden müssen und die Anderen (in der Regel das produzierende Gewerbe) halt zu wenig innovativ sind und deshalb aufgegeben oder ausgelagert werden müssen, entpuppt sich als reiner Schwindel. Die langfristigen gesellschaftlichen Folgen einer solchen Verzerrung des Wirtschaftens sind offensichtlich. Tugenden wie handwerkliches Geschick, liebe an schöpferischer Arbeit, soziale Verantwortung und Idealismus werden so zur "privaten Vorliebe" degradiert die halt nicht einen so grossen ökonomischen Nutzen erbringen wie etwa der Beruf des Devisenhändlers.
Der Finanzmarkt hat sich praktisch von der Realwirtschaft losgelöst und lebt aber dennoch von der realwirtschaftlichen Substanz. Dieses Eigenleben der Finanzmärkte, mit den unzähligen "Finanzinnovationen" wird immer undurchschaubarer und verworrener.
Die seit den 70er Jahre wachsende Blase des fiktiven Kapitals muss weiter- wachsen, ansonsten sie platzt. Die Folge ist ein immer grösserer Druck auf die Realwirtschaft und führt letztlich zur Zerstörung der realwirtschaftlichen Sub- stanz. Die Firmen werden immer mehr ausgeschlachtet (die betriebliche Sub- stanz wird verkauft und nachher gemietet) und eine technische Entwicklung, die zu besseren, energieeffizienteren und nachhaltigeren Produkten führen sollte, wird immer mehr vernachlässigt.
Auf dem Weg zum Super-Gau
All diese Prozesse werden zusätzlich gefördert und beschleunigt, indem sie nach dem Muster der EU mit der Schaffung grosser Wirtschaftsräume und -blöcke einhergehen. In diesen nimmt die Machtfülle der ineinander verschachtelten Grosskonzerne und Grossbanken gigantische Ausmasse an. Je mehr es dem Kapital gelingt, die Nationalstaaten gegeneinander auszuspielen, desto besser kann es zudem auf Bedingungen hinwirken, die ihm genehm sind.
Des weiteren werden die negativen Folgelasten wie Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörung seitens der Geldkonkurrenz-Wirtschaft soweit als möglich auf die öffentliche Hand abgewälzt. Angesichts steigender Schuldenberge und Zinslasten sieht diese den Ausweg in Kürzungen der Sozialleistungen bei gleichzeitigen Steuergeschenken an das (Gross-)Kapital, um so angeblich die Wirtschaft wieder anzukurbeln.
Die Diskrepanz zwischen Reich und Arm wird dadurch noch grösser. Die ganze Widersprüchlichkeit zeigt sich dann, wenn die Kaufkraft in immer grösseren Teilen der Bevölkerung abnimmt, obwohl die Wirtschaft auf deren Konsum angewiesen ist. Hier blockiert sich das System selbst und als Folge steigen auch die sozialen Spannungen, auch jene zwischen den sozialen Randgruppen.
Doch nun geraten wir weltweit in eine Situation in der auch die "optimalen Rahmenbedingungen" und die unaufhörlichen "innerbetrieblichen Umstruktur- ierungen" und Fusionen nichts mehr fruchten und ein Zusammenbruch der Produktion bevorsteht. Letztlich ergeht es der industriellen Produktion gleich wie der Landwirtschaft. Sie muss vom Staat subventioniert werden und an aktuellen Beispielen zeigt sich dieser Übergang vom Neoliberalismus zum Staatskapitalismus sehr gut.
Nur hat ja der Staat auch kein Geld mehr und irgendeinmal kommt der Punkt, an welchem die ausbleibende Nachfrage, Überproduktion an Ramschartikeln und die fehlenden Zukunftsinnovationen die Seifenblase zum Platzen bringen. Nachdem er immer mehr Opfer gefordert hat, bricht der Prozess der ins unermessliche steigenden Finanzwerte einmal in sich zusammen und reisst dabei noch mehr Menschen mit in den Abgrund.
Die Welt hat in ihrer Geschichte schon viele Spekulationsblasen wachsen und platzen gesehen, doch das was aktuell passiert ist ohne Beispiel. Die Folgen des Platzen dieser Blase, ja darüber spricht nun wirklich niemand, und auch wir überlassen das der Vorstellungskraft des Lesers....und opfern wohl dafür unsere Rechte und unsere Demokratie, denn die ersten "Antiterrorgesetzte" werden ausgearbeitet.
Vergessene und verschwiegene Zinskritik
Was Wunder, dass grosse Religionsstifter wie Christus oder Mohammed ein Zinsverbot gefordert haben. Dieses hatte im christlichen Kulturkreis lange Zeit Gültigkeit. Es wurde aber immer wieder unterlaufen, auch von der Kirche, verlor an Gewicht und geriet schliesslich in Vergessenheit. Die Menschen der Neuzeit gewöhnten sich mehr und mehr an den Zins und problematisierten ihn nicht mehr. Er wurde eben institutionalisiert und später theoretisiert.
Es gibt unzählige Persönlichkeiten die gegen den Zins waren und sind. Glauben Sie nicht Sie wären allein.
Nur die Schwierigkeit ist die, wie kommt man von diesem Zins weg. Moralische Appelle und Bestrafungen hatten es auch schon früher schwer und hätten in der heutigen Zeit sicher keinen Erfolg.
Die konstruktive Umlaufsicherung als Zinsdrücker
1891 veröffentlichte der deutsch-argentinische Kaufmann Silvio Gesell (*1862 in St. Vith bei Eupen/Malmedy, + 1930 in der bodenreformerischen Genossen- schaftssiedlung Eden-Oranienburg) in Buenos Aires seine erste Broschüre "Die Reformation im Münzwesen als Brücke zum sozialen Staat". Sie bildete den Grundstein für ein umfangreiches Werk über die Frage nach den Ursachen der sozialen Frage und nach Wegen zu ihrer Lösung. Praktische Erfahrungen, die Gesell während einer Wirtschaftskrise im damaligen Argentinien gesammelt hatte, führten ihn zu einer Sichtweise, die dem Marxismus widersprach: die Ausbeutung der menschlichen Arbeit habe ihre Wurzel nicht im privaten Eigentum an den Produktionsmitteln, sondern in strukturellen Fehlern des Geldwesens. Wie schon der antike Philosoph Aristoteles erkannte er die widersprüchliche Doppelrolle des Geldes als ein dem Markt dienendes Tauschmittel und als ein den Markt zugleich beherrschendes Machtmittel (Geld als Wertgegenstand).
Gesells Ausgangsfrage lautete: Wie lässt sich die Eigenschaft des Geldes als wucherndes Machtmittel überwinden, ohne es dabei als neutrales Tauschmittel zu beseitigen? Die Macht des Geldes über die Märkte führte er auf zwei Ursachen zurück: Erstens ist das herkömmliche Geld als Nachfragemittel anders als die menschliche Arbeitskraft oder die Güter und Dienste auf der Angebotsseite der Wirtschaft hortbar - ohne nennenswerten Schaden für seinen Besitzer kann es aus spekulativen Gründen vorübergehend von den Märkten zurückgehalten werden. Zweitens hat das Geld den Vorteil, dass es sehr viel flüssiger ist als Waren und Dienstleistungen; wie der Joker im Kartenspiel ist es zu jeder Zeit und an jedem Ort einsetzbar. Diese beiden Eigenschaften verleihen dem Geld - vor allem den Besitzern größerer Summen - ein besonderes Privileg: Sie können den Kreislauf von Käufen und Verkäufen, Sparen und Investieren unterbrechen oder von den Produzenten und Konsumenten einen Zins als besondere Prämie dafür verlangen, dass sie auf die spekulative Kassenhaltung verzichten und das Geld in den wirtschaftlichen Kreislauf weitergeben.
Die strukturelle Macht des Geldes beruht nicht allein auf seiner tatsächlichen Hortung, sondern es genügt bereits die Möglichkeit von Kreislaufunter- brechungen, um den wirtschaftlichen Stoffwechsel im sozialen Organismus an die Bedingung zu knüpfen, dass dabei zuerst das Geld mit einem Zins bedient werde. Die Rentabilität erhält den Vorrang vor der Wirtschaftlichkeit, die Produktion wird mehr am Zins des Geldes als an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet. Dauerhaft positive Zinssätze stören die für eine dezentrale Selbstordnung der Märkte notwendige Balance von Gewinnen und Verlusten. Gesell zufolge führen sie zu einer Erkrankung des sozialen Organismus mit einer sehr komplexen Symptomatik: Das zinstragende und darum nicht-neutrale Geld bewirkt eine leistungswidrige, ungerechte Einkommensverteilung, welche ihrerseits zu einer Konzentration von Geld- und Sachkapital, und damit zu einer Monopolisierung der Wirtschaft führt. Da die Geldbesitzer Herren über Bewegung oder Stillstand des Geldes sind, kann das Geld nicht 'von selbst' durch den sozialen Organismus fließen wie das Blut durch den menschlichen Körper. Deshalb sind eine gesellschaftliche Kontrolle des Geldumlaufs und eine richtige Dosierung der Geldmenge nicht möglich; deflationäre und inflationäre Schwankungen des allgemeinen Preisniveaus lassen sich nicht vermeiden. Und wenn sich im Auf und Ab der Konjunkturen größere Geldsummen wegen eines zeitweise sinkenden Zinsniveaus solange von den Märkten zurückziehen, bis die Aussichten auf rentable Anlagen wieder besser werden, ergeben sich Absatzstockungen und Arbeitslosigkeit.
Als Weg zur Entmachtung des Geldes dachte Gesell nicht an einen Rückgriff auf das kanonische Zinsverbot der mittelalterlichen Scholastik oder gar an die Beseitigung von sogenannten 'jüdischen Wucherern'. Vielmehr stellte er sich eine institutionelle Änderung des Geldwesens in der Weise vor, dass die Kassenhaltung des Geldes mit Kosten verbunden wird, welche die Vorteile der Hortbarkeit und Liquidität neutralisieren. Sobald das Geld mit einer Gebühr auf Kassenhaltung belegt wird - vergleichbar dem Standgeld für Güterwaggons im Verkehrswesen -, verliert es seine Überlegenheit über die Märkte und erfüllt dann nur noch seine dienende Funktion als Tauschmittel. Sobald seine Zirkulation nicht mehr von Spekulationsmanövern gestört werden kann, wird es möglich, die Menge des zirkulierenden Geldes fortlaufend so an das Gütervolumen anzupassen, dass die Kaufkraft der Währung über lange Zeiträume genau so stabil wird wie die Maße und Gewichte.
In seinen Frühschriften sprach Gesell ausdrücklich von "rostenden Banknoten" als Mittel zu einer "organischen Reform des Geldwesens". Durch sie werde das Geld, das bislang ein "toter Fremdkörper" sowohl im sozialen Organismus als auch in der gesamten Natur war, in das ewige Stirb und Werde allen Lebens integriert; es werde gleichsam vergänglich und verliere seine Eigenschaft, sich durch den Zins und Zinseszins bis ins Unendliche zu vermehren. Eine solche Reform des Geldwesens wäre eine ganzheitliche Regulationstherapie, welche die Blockaden im Geldfluss auflöst und dem kranken Sozialorganismus eine Hilfe zur allmählichen Selbstheilung von den vielfältigen konjunkturellen und strukturellen Krisensymptomen gibt, so dass er sich in seinem Gleichgewicht stabilisieren und sich in die harmonische Gesamtordnung der Natur einfügen könnte.
In seinem 1916 in Berlin und Bern erschienenen Hauptwerk "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld" legte Gesell ausführlich dar, wie sich bei einer störungsfreien Geldzirkulation Kapitalangebot und -nachfrage ausgleichen, so dass das Zinsniveau unter seine bisherige Untergrenze von real drei Prozent absinken kann. Der "Urzins", der Tribut der arbeitenden Menschen an die Macht des Geldes, verschwindet aus dem Zins, welcher nun nur noch aus der Risikoprämie und der Bankvermittlungsgebühr besteht. Die Schwankungen der Marktzinssätze um diesen neuen Gleichgewichtszins sorgen für eine dezentrale Lenkung der Ersparnisse in bedarfsgerechte Investitionen. Sie heben sich aber gegenseitig auf. "Freigeld" als ein vom " Urzins" befreites Geld wird verteilungsneutral und kann auch keinen gegen die Interessen von Anbietern und Nachfragern verstoßenden Einfluss auf Art und Umfang der Produktion mehr ausüben. Der volle Arbeitsertrag werde, so Gesells Erwartung, breite Bevölkerungsschichten in die Lage versetzen, lohn- und gehaltsabhängige Beschäftigungsverhältnisse aufzugeben und sich in privaten und genossen- schaftlichen Betriebsformen selbständig zu machen.
INWO Schweiz.
Staatsschulden. Wie weiter?
Eine Interpellation im Nationalrat eingereicht am 17.06.2005 von Toni Brunner:
Eingereichter Text Die Staatsschulden des Bundes sind seit 1990 von 38 auf 127 Milliarden Franken angestiegen. Die Schulden der gesamten öffentlichen Hand in unserem Land haben sich im gleichen Zeitraum von 98 auf 253 Milliarden vervielfacht. Angesichts dieser dramatischen Entwicklung würde unser Land demnächst die Kriterien für die Euro-Währung nicht mehr erfüllen. Beunruhigt durch den Anstieg der Staatsverschuldung ersuche ich den Bundesrat um Beantwortung der folgenden Fragen:
1.Was ist nach seiner Ansicht der höchste zulässige Anteil des Schuldendienstes an den jährlichen Staatsausgaben?
2.Wie will er die Schulden der Schweiz abbauen?
3.In welchem Zeithorizont und in welchen Tranchen will er die genannte Schuldenlast tilgen?
Antwort des Bundesrates vom 7. September 2005
Die Bruttoschulden der öffentlichen Haushalte sind seit 1990 stark angestiegen. Sie beliefen sich im Jahre 2004 auf 253 Milliarden gegenüber 98 Milliarden im Jahre 1990. Die beinahe Verdreifachung der Bruttoschuld liess die Verschuldungsquote auf rund 56 Prozent des BIP ansteigen. Im Vergleich zu anderen Ländern steht die Schweiz zwar noch gut da, doch mit dem überdurchschnittlich grossen Anstieg seit 1990 nähert sich unser Land der Toleranzgrenze der Maastrichterkriterien von 60 Prozent.
Es darf nicht übersehen werden, dass in Zukunft namhafte Defizite unserer Sozialversicherungen drohen, und dass die in den letzten Jahren äusserst günstigen Zinssätze wieder rasch ansteigen können.
Deshalb sind die laufenden Entlastungsprogramme und vorgesehenen Reformen dringend notwendig und geeignete Massnahmen, um der Verschuldung Einhalt zu gebieten. In Erfüllung dreier Postulate wird der Bundesrat bis Ende 2005 einen Bericht veröffentlichen, der eingehend Auskunft gibt über die bisherige und künftige Schuldenentwicklung der öffentlichen Haushalte.
Angesichts des markanten Anstiegs der Bundesschuld ist es das prioritäre Ziel des Bundesrates, diese Dynamik zu brechen. Der Schuldenzuwachs des Bundes in den letzten Jahren kann nicht ausschliesslich mit den Defiziten der Finanzrechnung erklärt werden. Ebenfalls wichtig für die Schuldenentwicklung erwiesen sich die Finanzierungen des Bundes im Zusammenhang mit der Sanierung und Refinanzierung von Bundesbetrieben sowie die Ausfinanzierungen der Pensionskassen des Bundes und der Bundesbetriebe. Dieser Anstieg der Schulden ist letztlich grösstenteils auf Altlasten zurückzuführen, die schon früher bestanden, damals aber nicht transparent in der Bilanz ausgewiesen, sondern unter dem Strich als Eventualverpflichtungen verbucht wurden. Mit dem Instrument der Schuldenbremse wird die nominelle Schuld - soweit sie durch den Saldo der Finanzrechnung beeinflusst wird - stabilisiert und auf mittlere Frist kommt es bei einem fortschreitenden Wirtschaftswachstum zu einer schrittweisen Verringerung der Schuldenquote. Die Verschuldung verliert damit an gesamtwirtschaftlicher Relevanz, weil die produktive Kraft eines Landes zum Tragen dieser Schuldenlast zunimmt.
1. Mit der Frage nach dem zulässigen Anteil des Schuldendienstes an den jährlichen Staatsausgaben erkundigt sich der Interpellant implizit nach den Grenzen der Staatsverschuldung. Es gibt in der Wirtschaftstheorie keine präzise Antwort auf diese Frage. Die Nachhaltigkeit der Finanzpolitik wird grundsätzlich mit einer stabilen Schuldenquote in Prozenten des BIP definiert, doch gibt es keine konkreten Hinweise dafür, wo dieses gleichgewichtige Niveau liegen soll. Eine langfristig stabile Schuldenquote ist dann erreicht, wenn der Primärsaldo (Saldo der Finanzrechnung ohne Zinszahlungen) Null beträgt und die Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts gleich hoch wie der Zinssatz ist. Anders ausgedrückt bleibt die Schuldenquote konstant, wenn die Schulden nicht schneller als das Bruttoinlandprodukt wachsen.
Angesichts der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung und den damit einhergehenden Belastungen erachtet der Bundesrat die mit der Schuldenbremse angestrebte Stabilisierung der Bruttoschulden und damit die schrittweise Reduktion der Schuldenquote als zwar ehrgeiziges, jedoch machbares Ziel.
Vertretbar ist an und für sich eine Verschuldung für investive Vorhaben, wenn diese zu wirtschaftlichem Wachstum und damit zu höheren Steuereinnahmen führen. Abgesehen von dem in der Finanzrechnung zugrundeliegenden Investitionsbegriff, der sehr eng und "betonlastig" verwendet wird, und sich somit vom volkswirtschaftlichen Investitionsbegriff klar unterscheidet, hat das als goldene Finanzierungsregel bekannte Beurteilungskriterium, wonach produktive Investitionen fremdfinanziert werden dürfen, durchaus seine Berechtigung.
2./3. Die Schuldenbremse verlangt per se einen Schuldenabbau relativ zum BIP, jedoch keinen absoluten, das heisst nominellen Abbau. Dazu wären dauerhafte, strukturelle Überschüsse nötig. Die Erfahrungen aus den Beratungen zum Entlastungsprogramm 2004 sowie die aktuellen Haushaltperspektiven der Jahre 2006-2009 zeigen, dass permanente strukturelle Überschüsse politisch nur schwer realisierbar sind. Aus der Sicht der Wissenschaft sind sie zudem kein notwendigerweise anzustrebendes Ziel der Finanzpolitik. (Anmerkung Humans Hope: Warum wohl?)
Dies festgestellt ist auf die verbleibenden Möglichkeiten zur nominellen Senkung der Bruttoschulden hinzuweisen. So sind etwa ausserordentliche Investitionseinnahmen oder ausserordentliche Erträge aus Regalien und Konzessionen zur Schuldentilgung zu verwenden. Solche Einnahmenspitzen dürfen keinesfalls zu dauerhaft höheren Ausgaben führen, weil diese sonst unweigerlich wieder eine Situation mit strukturellen Defiziten herbeiführen würden.
Quelle: Bluewin.ch
Die Armen und die Superreichen Brisante Wider-Studie aus Helsinki: Erstmals gibt es verlässliche Daten zur Verteilung von Einkommen und Privatvermögen in der Welt von heute Von Michael R. Krätke
Vor etwas mehr als 250 Jahren stellte die Akademie von Dijon 1754 eine der damals beliebten Preisfragen: “Was ist der Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen? Wird sie durch das natürliche Gesetz autorisiert?” Jean Jacques Rousseau beteiligte sich an der Antwort mit der Abhandlung Über den Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen. Soziale und politische Ungleichheit, schrieb er darin, sei weder natürlich noch gottgewollt noch Konsequenz der natürlichen Ungleichheit der Menschen. Sie entstehe vielmehr mit und durch das Privateigentum, durch private Aneignung und Ausbeutung aller Reichtümer der Erde - und sie bedürfe der Legitimation, der Zustimmung aller (oder doch vieler). - Seither gilt die Erklärung der sozialen Ungleichheiten als Schlüsselfrage der Sozialwissenschaften, seither zielt die Kritik der bürgerlichen Gesellschaft auf die Struktur der sozialen Ungleichheit und der damit verbundenen Unfreiheit für die große Mehrheit.
Es ist hinreichend bekannt, dass derzeit zwei Milliarden Menschen von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen, die Hälfte der Weltbevölkerung von knapp zwei Dollar. Wir wissen, dass die soziale Ungleichheit weltweit rasch zunimmt, innerhalb der einzelnen Länder und Regionen ebenso wie zwischen “armen” und “reichen” Ländern. Zu Rousseaus Zeiten - so scheint es nach der Datenlage - war die ökonomische Ungleichheit zwischen den Weltregionen noch gering. Geringer jedenfalls als innerhalb der einzelnen Länder. Nach 1800 änderte sich das gründlich, und um 1900 herum betrug das Verhältnis zwischen dem durchschnittlichen Einkommensniveau in den reichen Ländern des “Nordens” und dem in den armen Ländern des “Südens” bereits 1 : 4. Ein Jahrhundert später, in der Ära der Globalisierung, haben wir ein Verhältnis von 1 : 30. Heißes Eisen
Folglich wird die Kluft zwischen Armut und Reichtum weltweit immer größer, auch wenn die absolute Zahl der Armen in jüngster Zeit rückläufig scheint. Vorrangig eine Folge des Aufstiegs der “Schwellenländer” China, Indien, Brasilien, Südkorea und Türkei. Nach wie vor leben aber 2,8 Milliarden Menschen auf der Welt in Armut, 1,3 Milliarden davon in extremem Elend. In Deutschland, einem der reichsten Länder, stieg die Zahl der Armen auf einen Bevölkerungsanteil von 13,5 Prozent, wie mittlerweile zwei “Armutsberichte” der Bundesregierung eingestehen. Ein Armutszeugnis für sieben Jahre rot-grüner Regentschaft.
Wissenschaftliche Studien darüber, wie sich Armut und Reichtum verteilen, sind Mangelware. Für die globale Einkommensentwicklung reichen die aktuellsten Daten nur bis 1998. Für Weltbank und IWF war die soziale Ungleichheit im Weltmaßstab nie ein Thema von Rang. Für die Vereinten Nationen schon. Sie haben zuletzt mit dem Weltsozialbericht 2005 das rapide wachsende ökonomische Gefälle zwischen den Weltregionen wie innerhalb einzelner Länder als entscheidende Ursache von Gewalt und (Bürger-)Kriegsgefahr benannt und bezweifelt, ob das Millenniumsziel des Kopenhagener Weltgipfels von 1995, die extreme Armut in der Welt zu halbieren, je erreicht werden kann.
Kurz vor dem Jahreswechsel hat nun das World Institute for Development Economics Research (WIDER) der UN-Universität in Helsinki eine neue Studie veröffentlicht, die erstmals für mehr als 94 Prozent der Weltbevölkerung die Verteilung von Einkommen und Vermögen sowie deren Entwicklung bis zum Jahr 2000 detailliert untersucht. Damit wird eine große Forschungslücke annähernd geschlossen, die von der Bundesregierung mit ihrem Armutsbericht 2006 vornehm beklagt wurde. Wohl wissend, dass die Untersuchung des Reichtums der Reichen und Superreichen dieser Welt, der privaten Vermögen und des Kapitals, auf dem heutzutage Macht beruht, seit jeher eines der heißen Eisen ist, von denen die offizielle Sozialwissenschaft lieber die Finger lässt.
Aus einzelnen Länderstudien wissen wir seit langem, dass die Vermögensverteilung in aller Regel noch weit ungleicher ausfällt als die Einkommensverteilung. Ein halbwegs zutreffendes Bild von der tatsächlichen ökonomischen Ungleichheit erhält nur, wer beides gleichermaßen analysiert. Die Autoren der WIDER-Studie haben das zum ersten Mal getan. Dank ihrer Pionierarbeit verfügen wir endlich über einigermaßen verlässliche Daten zum Verhältnis von Armut und Reichtum in der Welt von heute. Untersucht wurde die globale Verteilung des Reichtums für die erwachsene Weltbevölkerung im Blick auf Haushaltsvermögen (netto, nach Abzug der Schulden).
Die Studie reicht bis 2000, aktuellere Daten sind weltweit nicht verfügbar. Nur für die relativ kleine Zahl von 18 Ländern gab es überhaupt vollständige Erhebungen, auf die WIDER zurückgreifen konnte. Für eine Reihe weiterer Staaten war man auf Umfragedaten angewiesen, die freilich einen gewaltigen Nachteil haben: Schulden und Finanzvermögen (besonders Immobilien) werden in der Regel nicht vollständig oder viel zu niedrig angegeben. Dies schlägt auf die Schätzungen durch, die von den Autoren der Studie mit Hilfe der Datensätze aus 38 Ländern für weitere 150 vorgenommen wurden. In der Topliga
Dem vorliegenden Material lässt sich entnehmen: 90 Prozent des weltweiten Reichtums (Netto-Haushaltsvermögens) befinden sich in Nordamerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum (Japan, Australien). Auf Nordamerika, mit sechs Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung entfällt allein ein Drittel des Weltvermögens - auf Indien mit mehr als 15 Prozent der Erwachsenen weltweit hingegen nur ein knappes Prozent. Aber auch zwischen den reichen Ländern des Nordens variieren die Vermögenswerte beträchtlich: In Irland gehören dem obersten einen Prozent der Vermögenden 10,4 Prozent aller privaten Haushaltsvermögen, in der Schweiz sind es nicht weniger als 34,8 Prozent, in den USA (wegen notorisch unvollständiger Daten für die Superreichen) “nur” 33 Prozent. Dafür entfallen dort auf die Spitzengruppe der obersten zehn Prozent der Vermögensinhaber fast 70 Prozent der gesamten privaten Haushaltsvermögen. In China halten die obersten zehn Prozent gerade 40 Prozent.
Wer zur Topliga der Reichen dieser Welt gehören will, muss über ein Vermögen von mehr als 500.000 Dollar verfügten. Diese Spitzengruppe umfasst immerhin 37 Millionen Erwachsene. Seit dem Jahr 2000 dürfte sich die Mindestsumme an Vermögen, die man braucht, um in diese Kategorie aufzurücken, jedoch erhöht haben - um geschätzte 32 Prozent.
Daraus folgt, dass den obersten zehn Prozent gut 85 Prozent des Weltvermögens gehören. Wer sich zu dieser Gruppe rechnen darf, besitzt im Durchschnitt 40 mal mehr als der Weltdurchschnittsbürger. In der unteren Hälfte dieser Pyramide muss sich die Hälfte der erwachsenen Weltbevölkerung hingegen mit gerade einmal einem Prozent des Weltvermögens begnügen.
Nehmen wir den berühmten Kuchen, den die konservativen Damen und Herren so schätzen, um uns und sich weiszumachen, jede Umverteilung sei sinnlos, da man bekanntlich nicht mehr verteilen könne als produziert werde. Übertragen wir die Struktur der weltweiten Vermögensverteilung auf eine Gruppe von zehn Menschen, die sich den bewussten Kuchen teilen, dann müssen wir uns einen Herrn vorstellen, der 99 Prozent des Kuchens für sich allein beansprucht, während sich die übrigen neun das verbleibende eine Prozent teilen. Würde der Kuchen umverteilt, würde der eine nicht daran sterben, und den anderen neun ginge es erheblich besser als zuvor.
Wo sind die Reichen und Superreichen dieser Erde zu finden? Nordamerika, Europa, Japan und Australien wurden bereits erwähnt. In den USA zum Beispiel leben 37 Prozent der Superreichen, es folgt Japan mit 27 Prozent. Auf Brasilien, Indien, Russland, die Türkei und Argentinien entfällt jeweils knapp ein Prozent der globalen Spitzengruppe, China hat schon 4,1 Prozent der reichsten Weltbürger vorzuweisen. Nach der WIDER-Studie gab es 2000 bereits 13,5 Millionen Dollar-Millionäre weltweit (erheblich mehr also als in den Studien der Vermögensverwalter Merrill-Lynch und Forbes verzeichnet) und genau 499 Vermögens-Milliardäre. Inzwischen dürften es erheblich mehr sein. Der Autor ist Professor für Wirtschafts- und Steuerrecht an der Universität von Amsterdam
Finanz-Haie lauern bald schon überall
Implenia, Saurer, Sulzer, Ascom: Die Finanzkapitalisten plündern den Werkplatz. Das ist kein Betriebsunfall im System – das Finanzkapital hat die Herrschaft im Kapitalismus übernommen. Es baut ihn um. Jetzt haben Fonds und Vermögensverwalter das Kommando. Von Oliver Fahrni (Foto: zvg.) - 21.06.2007Als der Hegde-Fonds Laxey am 11. Juni weitere 208 Entlassungen beim Swissmetal-Konzern anordnete, kam bei den Boillats in Reconvilier BE die Verzweiflung noch einmal hoch. Zweimal haben sie gegen die Zerschlagung des Unternehmens und der industriellen Substanz gestreikt. Sie erlebten, wie Laxey und CEO Martin Hellweg ihre Vorschläge für eine bessere Produktion in den Wind schlugen, wie sie auch den Plan des vom Bundesrat gerufenen Industrieexperten Jürg Müller verhöhnten. Die Finanzmanager haben offenbar keinerlei Interesse an der Produktion, obschon Produkte, Wissen der Boillats und Arbeit stimmten. Verbittert und machtlos beobachten die Metallerinnen und Metaller, wie Hellweg den Konzern so zurechthauen will, dass Laxey ihn mit Profit verschachern kann. «Offenbar leben die und wir nicht mehr in der gleichen Ökonomie», sagt eine gefeuerte Boillat-Kaderfrau.
SPIELBALL GEWORDEN Zu wissen, in welcher Wirtschaft man arbeitet und wie sie funktioniert, ist nützlich, wenn man für ausreichenden Lohn, gute Chancen für alle, Wohlstand, soziale Sicherheit und ein paar Dinge mehr einsteht. Aber der Kapitalismus hat sich von Grund auf verändert. Das erleben gerade auch die Belegschaften von Alcan, Saurer, Sulzer, Implenia, Ascom, Converium, OC Oerlikon, SIG, Affichage. Und bald wohl auch jene von Schweiter, Georg Fischer, SEZ, Rieter und anderer Konzerne: Sie sind zum Spielball von Hedge- Fonds wie Laxey und von Private- Equity-Fonds geworden, von Banken und bizarren Anlagegesellschaften wie der Victory von Ronny Pecik und Georg Stumpf oder der Renova von Viktor Vekselberg. Das Finanzkapital nimmt den alten Kapitalismus auseinander und baut einen neuen zusammen – mit völlig anderen Regeln. Dabei geht es ihm weniger um die Errichtung grosser Konglomerate. Pecik/Stumpf etwa haben immer noch kein Konzept für die Integration von Sulzer in den Oerlikon- Konzern. Aber die pralle Sulzer- Kasse (300 Millionen Franken) lockte sie, und die Milliarde stiller Reserven. Das Schicksal der Belegschaften all dieser Konzerne hängt auch nicht davon ab, ob sie gut und viel produzieren und verkaufen (die meisten sind gut aufgestellt), sondern allein davon, welche Strategie die Finanzer wählen: Aufsplitterung? Plünderung der Reserven? Umbau und Verkauf? Bei den Hedge-Fonds ist die Plünderung gar das erklärte Geschäftsprinzip. Da wird klar: Der Treibstoff des neuen Kapitalismus ist nicht mehr die Schaffung von Wert, die Produktion, sondern die immer schnellere Verwertung der früher erarbeiteten Substanz, der rasende Umlauf von Geld, Kapital, Wert.
MIT EINEM BEIN… Das ist schwer zu verstehen, wenn man weiss, dass nur Arbeit Wert schafft. Und dass sich alles Wirtschaften um die Frage dreht, wie man die Arbeit sinnvoll organisiert und den geschaffenen Wert verteilt. Das scheint auch bei den meisten Betrieben noch so zu sein. Wir sind mit einem Bein noch im alten Kapitalismus, mit dem anderen aber, das zeigt der Angriff der Finanzer auf die halbe Schweizer Industrie, stehen wir schon im Finanzkapitalismus. Im Kommandoraum aber hat das Finanzkapital längst das Industriekapital abgelöst. Das zeigt sich etwa darin, dass sich selbst die grössten produzierenden Weltkonzerne nun nach den Regeln des Finanzkapitals richten – und sich nebenbei auch selbst noch als Bank oder Hedge-Fonds gebärden. VW etwa macht mehr Geld mit Finanzgeschäften als mit dem Verkauf von Autos. Aber wie funktioniert das? Es sind riesige Mengen von Kapital im Umlauf. Nimmt man alle Finanzmärkte zusammen, Devisen, Aktien, Derivate, Schuldentitel aller Art, Kredite usw., zirkuliert bald 80 Mal mehr Geld, als die gesamte Weltwirtschaft an Waren und Dienstleistungen erwirtschaftet. Ist das aber noch wirkliches Geld? Wenn Geld etwas ist, hinter dem ein realer Wert steht, heisst die Antwort: Nein. Beispiel: Ein beliebtes «Wertpapier», das die Banken ausgeben, sind Wetten auf einen Börsenindex oder andere Indices, sogenannte Index- Zertifikate. Wette ich gut, kann ich also Geld damit verdienen, dass die Börse steigt oder fällt. Nicht mit einer Aktie, hinter der ein reales Unternehmen mit Gebäuden, Maschinen, Arbeitenden steht, sondern allein mit dem Plus oder Minus des Börsengangs. Völlig fiktiv. Wert wird dabei keiner geschaffen. Warum ich das nicht sogleich durchschaue: Mit dem Geld, das ich verdient habe, kann ich im Restaurant bezahlen oder Aktien kaufen, mich also an einem Unternehmen beteiligen. Für mich persönlich ist es also reales Geld. Wird es jemand anderem weggenommen wie bei einer normalen Wette? Nein. Der ganze Vorgang ist aus dem Nichts geschaffen, auf Pump, durch die Ausgabe des Papiers. Nach demselben Kreditprinzip funktioniert der ganze Finanzkapitalismus. Auf Basis eines realen Wertes (einer Firma oder, in unserem Beispiel, des Preises, den ich für das Index-Papier bezahlt habe) wird eine Kreditschöpfung in Gang gesetzt, die ein Mehrfaches des ursprünglichen Wertes in Geld ausweist. Fiktives Geld, Geisterakkumulation. Hedge-Fonds können mit Kredit und Hebelgeschäften bis an das 200-Fache ihres ursprünglich eingelegten Kapitals in Bewegung setzen.
DIE GROSSE PANIK Mit realer Produktion, Investition und nachhaltigem Aufbau eines Unternehmens lässt sich da nicht mithalten. Darum die Plünderung der Substanz. Darum die Abzockermentalität auf allen Ebenen. Darum die Panik bei allen Institutionen, welche die Finanzmärkte regulieren. Für die Arbeitenden und ihre Gewerkschaften stellt sich da ein neues Problem: Im Finanzkapitalismus zerfallen zunehmend die Geschäftsgrundlagen der Sozialpartnerschaft. Fortschritte, selbst der Erhalt der bestehenden Errungenschaften, werden nur noch möglich sein, wenn man das Finanzkapital in die Schranken weist.
work, 21.06.2007
Kolumnen von Günter Hannich
Der nächste Aktien-Crash!
Erst vor kurzem hat der Aktienmarkt im DAX wieder die Grenze von 6000 nach oben hin durchbrochen. In den USA ist sogar bald die Rekordmarke im Dow Jones wieder erreicht. Damit hat sich der deutsche Aktienmarkt seit seinem Tief im Jahr 2003 in nur drei Jahren fast verdreifacht. Demgegenüber ist jedoch das reale Wachstum in Deutschland kaum gestiegen. Schon seit Jahren stagnieren die Wachstumsraten und fallen die Löhne. In der gesamten Volkswirtschaft hat es damit praktisch überhaupt keine Steigerung der Wertschöpfung gegeben.
Was bedeutet das für den Aktienmarkt?
Dieser ist fundamental stark überbewertet – der Zuwachs der Börsenwerte war nicht durch ein reales Wachstum unterfüttert. Zwar sind die scheinbaren Gewinne einzelner Unternehmen gestiegen, dies aber nur um den Preis von Rationalisierungen und Lohnkürzungen.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Durch Lohnkürzungen wird die Kaufkraft der Masse wegen des sinkenden Einkommens immer niedriger. Damit müssen auch in der Folge die Umsätze der Unternehmen weiter fallen und damit auch deren Gewinne.
Heute steigen die Aktienkurse nicht zuletzt rein spekulativ. Da die Gier bei den Menschen wieder geweckt wurde, investieren immer mehr in börsennotierte Wertpapiere oder Fonds.
Bis zum Jahr 2000 redete man von einer „Neuen Ökonomie“ in der die alten wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten nicht mehr gelten und in der durch das Internet die Aktien ins unendliche steigen sollten. Experten prophezeiten einen Stand von 100.000 Punkten bis zum Jahr 2008. Wie wir heute wissen, handelte es sich damals um eine Spekulationsblase, die durch Lug und Trug aufgeblasen wurde.
Doch wie ist es heute?
Wir haben heute wieder fast das Kursniveau erreicht, das noch vor wenigen Jahren zum Absturz führte und von dem wir heute wissen, daß es maßlos überzogen war.
Heute heißt es, daß die scheinbaren veröffentlichten Gewinne einiger Großunternehmen den heutigen (noch vor wenigen Jahren überzogenen) Aktienstand rechtfertigen würde.
Doch was soll heute wirklich anders sein, als vor 5 Jahren?
Gar nichts – im Gegenteil: Damals war noch ein reales Wachstum zu beobachten. Heute haben wir ein Niveau bspw. der Arbeitslosigkeit in der Wirtschaft erreicht, das einer Rezession entsprechen würde und gleichzeitig ein Börsenniveau, das eine Hochkonjunktur vorgaukelt. Beide Entwicklungen – auf der einen Seite Rezession, Lohndumping, Massenarbeitslosigkeit, auf der anderen Festtagsstimmung an den Börsen – können nicht dauerhaft nebeneinander so weiterlaufen, wie es heute stattfindet!
Was wird passieren?
Es wird einen neuen Crash geben!
Jedes Ungleichgewicht korrigiert sich früher oder später – und je steiler und schneller es aufwärts ging, um so schneller und rasanter wird es wieder abwärts gehen.
Dieser Crash wird entweder durch ein externes Ereignis (Krieg, Terroranschlag, Revolution in einem Land usw.) oder durch die Nutznießer der Spekulationswelle ausgelöst werden, wenn diese ihre Investitionen wieder zurückziehen und „Kasse machen“.Was der Sinn des Ganzen ist, haben schon vor 100 Jahren 2 führende Leute erkannt:
Vincent Vickers, der Leiter der Bank von England und Prof. Ruhland in seinem Buch "System der Politischen Ökonomie": "Alle diese Aktienhändler, diese Börsenmakler und Jobber, diese Geld- und Goldspekulanten, Geldverleiher, Anleihe-Emissionäre, alle diese Banken und Versicherungsgesellschaften schaffen überhaupt nichts. Sie sind die Drohnen unserer Volksgemeinschaft. Sie leben ausschließlich und sind abhängig von dem Honig, den andere sammeln. Sie leben auf Kosten des schaffenden Volkes".
Vincent Vickers, Leiter der Bank von England, 1910-1919
Prof. Ruhland in seinem Band 3 "System der Politischen Ökonomie 1906:
Besonders erkannte er auch die Aktie als effektives Mittel, die Gier und Spielsucht im Menschen zu wecken, um ihn effektiv auszunehmen. Obwohl der Kleinaktionär im Lauf der Geschichte immer wieder alles verloren hat, ist bei Beginn der nächsten Hausse alles wieder vergessen. Durch die Ausweitung des Aktienkapitals wird Geld der Bevölkerung akkumuliert und in einem Zusammenbruch schlagartig umverteilt. Dabei werden die Märkte durch die Anreicherung von Geld in wenigen Händen zunehmend auch von diesen wenigen Personen gezielt manipuliert:
"Bei den modernen Weltmärkten für die verschiedenen Waren wird ausserdem der Markt durch "Stimmungen" beherrscht, die sich auf den eingelaufenen Nachrichten von und über den Markt aufbauen. Weil und soweit aber dieser Nachrichtendienst mehr oder minder ausschließlich in der Hand des spekulativen Privatkapitals ruht, werden diese Nachrichten im Interesse grosser Privatspekulationen immer wieder systematisch gefälscht. Damit wird dann natürlich auch immer die Preisbildung gefälscht. Und das schliessliche Resultat ist eine Verschärfung der Preisschwankungen nach oben und unten."
Vorsicht ist angesagt!
28.11.05 Mit Sparen und Steuererhöhungen in die Krise
Nun haben wir also in der Politik eine „Große Koalition“. Damit haben die Verantwortlichen jede Mehrheit und können alle beliebigen Entscheidungen ohne weitere demokratische Hindernisse bis hin zu Grundgesetzänderungen durchsetzen.
Es stellt sich die Frage, ob nun diese Macht auch sinnvoll genutzt wird, um unsere Wirtschaft wieder zum laufen zu bringen?
Wie sieht die Lage aus?
Die Märkte sind gesättigt, Unternehmen befinden sich in einem ruinösen Wettbewerb und die Reallöhne fallen. Mit anderen Worten: Die Bürger haben immer weniger Geld in der Tasche, können deshalb immer weniger einkaufen gehen, was wiederum die Unternehmen in Schwierigkeiten bringt, da sie zunehmend weniger absetzen können. In dieser Lage versuchen die Firmen bei den Beschäftigten durch Entlassungen und Lohnkürzungen zu sparen, was wiederum deren Kaufkraft und damit letztlich den Umsatz der Unternehmen zusätzlich schmälert. Ein Teufelskreislauf, der durch unser Zinssystem und die damit verbundenen immer höheren Zinslasten ausgelöst wurde. Diese Zinslasten nehmen den Unternehmen und den Bürgern ihr Einkommen.
Wohin soll das anders führen, als zu einer ausgewachsenen Deflation?
Wenn die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt und die Unternehmen zu immer größeren Preisnachlässen gezwungen werden - wer sollte solch eine Abwärtsspirale noch aufhalten? Woher sollen höhere Löhne und damit steigende Kaufkraft kommen, wenn die Wirtschaft unter einer Last von Rekordschulden stöhnt?
Auch der häufig zu hörende Verweis auf "Marktnischen" geht völlig am Problem vorbei, weil der Markt als Ganzes immer kleiner wird und die Nischen zunehmen durch eine Überzahl an Konkurrenten ausgefüllt werden.
Wie reagieren die Politiker?
Sie versuchen durch Steuererhöhungen und „Sparmaßnahmen“ den Staatshaushalt zu „sanieren“. Das alles bedeutet eine weitere, zusätzliche Einschränkung der Kaufkraft. Jeder Prozentpunkt, den bspw. Die Mehrwertsteuer angehoben wird, lässt die Möglichkeit der Bürger zum Konsum und damit die Wirtschaft weiter einbrechen.
Welche Konsequenzen wird das haben?
Die Kaufkraft wird noch weiter fallen, die Wirtschaftsleistung muß damit sinken, Aktien- und Anleihenmärkte werden einbrechen und kein Notenbanker oder Sparminister der Welt wird daran etwas ändern können, solange nicht endlich die Ursachen der Probleme erkannt, diskutiert und auch bekämpft werden. Die Frage stellt sich, warum dies nicht schon lange gemacht wird und warum immer wieder Nebelkerzen geworfen werden, statt endlich das übel an der Wurzel zu packen?
4.9.05 Steigender Ölpreis: Inflation oder Deflation?
Immer weiter steigt weltweit der Ölpreis. Obwohl zur Zeit kein Mangel an diesem Rohstoff besteht, gehen die Preise seit Monaten nur nach oben. Einmal soll ein Sturm schuld an den Preissteigerungen sein, dann wieder ein Streik in einem ölproduzierenden afrikanischen Land und ein andermal politische Unsicherheiten in Venezuela. Das Eigenartige jedoch ist, dass das Preisniveau sich nicht wieder normalisiert, wenn die angebliche Ursache (der Sturm, der Streik, die Unsicherheiten) sich gelegt haben! Aus diesem Grund gehen Experten heute davon aus, dass der hohe Ölpreis zum Großteil durch Spekulationen verursacht wurde.
Volkswirtschaftlich stellt sich die Frage, welche Auswirkungen diese ungünstige Entwicklung nach sich zieht? Oberflächlich betrachtende „Fachleute“ behaupten dann schnell, dass dies eine „Inflation“ nach sich ziehen müsse. Sie behaupten, dass steigende Preise gleich einer Inflation seien. Wenn dem so wäre, müsste die Notenbank die Leitzinsen erhöhen, um dem Inflationsgespenst Herr zu werden. Das jedoch würde bedeuten, dass die Weltwirtschaft gleich zwei Schläge zu verkraften hätte: Einmal die steigenden Rohölpreise und zum Zweiten die höhere Zinsbelastung. Damit würde jede Wirtschaft sofort abgewürgt.
Sieht man sich die Sache näher an, dann bedeutet eben eine Preissteigerung keinesfalls automatisch eine Inflation: Durch höhere Ölpreise müssen die Verbraucher mehr Geld für Heizöl, Benzin usw. aufwenden. Damit fehlt jedoch genau diese Kaufkraft für andere Güter – jeder kann seinen Euro nur einmal ausgeben. Das bedeutet, dass steigende Preise in einem Segment der Wirtschaft automatisch, wenn die Löhne wie heute nicht gleichfalls anziehen, sinkende Umsätze und damit sinkende Preise im Rest der Ökonomie nach sich ziehen.
Mit anderen Worten: Bei gleichbleibenden oder gar sinkenden Löhnen kann es nicht zu einer Inflation und einer dafür nötigen Lohn-Preisspirale kommen. Vielmehr führen steigende Rohstoffpreise unter diesen Umständen geradewegs in die Deflation. Damit ist auch die klassische Definition einer Inflation in Form steigender Preise widerlegt. Statt gebannt die Rohstoffpreise anzustarren, sollten die etablierten „Fachleute“ sich lieber einmal mit den sinkenden Löhnen beschäftigen. 8.7.05 Terrorismus und Geldsystem
Immer häufiger kommt es in unserer Welt zu terroristischen Anschlägen. Die Länder und Regierungen reagieren darauf mit immer schärferen Gesetzen und Aufbau eines Überwachungsstaates. Hier stellt sich die Frage, ob dies sinnvoll ist und welche Auswirkungen damit verbunden sind? Zuerst einmal sollte die Ursache des Terrorismus beachtet werden. Terror kann immer nur dann von einer Minderheit durchgesetzt werden, wenn sie die Unterstützung einer breiten Bevölkerungsgruppe hat. Dies ist jedoch nur dann der Fall, wenn die entsprechende Bevölkerungsgruppe sich unterdrückt fühlt und unter wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen existieren muss. Mit anderen Worten: Die Ursache des Terrorismus ist in der Verarmung durch unser Finanzsystem zu sehen. Dieses Geldsystem verteilt die Finanzmittel nicht nach Leistung, sondern nach Besitz: Wer schon viel hat, bekommt noch mehr, und wer viel arbeitet, aber nichts hat, bekommt immer weniger. Solch ein System führt schnell zu einem Zustand, in dem Massen unzufrieden sind und sich ungerecht behandelt fühlen. Der Schritt zur Gewalt ist dann nur noch ein kleiner. Die gute Nachricht ist: Terrorismus lässt sich bekämpfen, indem durch ein gerechtes Finanzsystem die Armut bekämpft wird. Wenn man die Ursache des Terrorismus in der Verarmung sieht, dann wird klar, dass auch die heutigen Maßnahmen der Regierungen letztlich nicht die Ursache der Gewalt bekämpfen, sondern nur deren Folgen. Zudem wird durch immer mehr Überwachung, Kontrollen und Verboten die Eigeninitiative der Menschen eingeschränkt. Damit wird die Grundlage unserer Wirtschaft – die freie eigennützige Arbeit der Menschen – eingeschränkt. Weil die Menschen aufgrund der immer schärferen Verbote immer weniger leisten, wird zunehmend noch mehr Kontrolle nötig. Was entsteht, ist eine neue Form von Planwirtschaft. Wie jedoch die Vergangenheit zeigte, kann die Planwirtschaft nicht dauerhaft den Wünschen der Menschen gerecht werden. Solch ein System ist zum Zusammenbruch verurteilt und damit würden die Terroristen genau das erreichen, was sie wollen. Viel besser wäre es, ein stabiles Geldsystem zu begründen, das Leistung belohnt und damit zu gerechten Verhältnissen führt.
28.5.05 Kapitalismusdiskussion
Zunehmend wird das heute herrschende kapitalistische System kritisiert. Dabei ist erstaunlich, dass sogar Politiker, die sich noch vor kurzem für einen neoliberalen Kurs einsetzten, nun plötzlich das herrschende System kritisieren. Doch stellt sich hier schon die Frage, was man sich unter dem Begriff „Kapitalismus“ genau vorstellen soll? Häufig wird dieses Wort noch mit der „Marktwirtschaft“ in einen Topf geworfen und beide Begriffe werden synonym verwendet. In der aktuellen Diskussion wurden die Unternehmer in den Mittelpunkt gestellt, die sich nur um ihre Profite kümmern würden und denen das soziale Wohlergehen der Gemeinschaft gleichgültig sei. Der Unternehmer wird also als Sündenbock hingestellt. Doch sind es wirklich die Firmen, die ein ungerechtes System begründen? Sind die Unternehmen denn wirklich so allmächtig, dass sie problemlos die Gesellschaft ausbeuten können? Was ganz vergessen wird, ist der Umstand, dass auch das beste Unternehmen einen Kapitalgeber braucht, also Kredite aufnehmen muss, bevor überhaupt produziert und verdient werden kann. Für diese Kredite müssen regelmäßig Zinsen bezahlt werden. Damit stehen die Firmen unter dem Druck, diese Schuldenlast bedienen zu müssen – koste es, was es wolle. Ein Unternehmen, das diesem Zwang nicht mehr nachkommt, geht unmittelbar bankrott. Wenn die Wirtschaftsleistung auch nur etwas nachlässt, ist es sofort dazu gezwungen, Einsparungen vorzunehmen, also zu rationalisieren. Dann werden Arbeitskräfte entlassen und Löhne gekürzt. Der Unternehmer hat es also gar nicht in der Hand, ob er sozial handeln möchte oder nicht – er muss sich dem System anpassen, anderenfalls geht er unter. Ähnlich sieht es bei den Großkonzernen aus, die teilweise hohe Gewinne ausweisen und gleichzeitig Arbeitskräfte auf die Straße setzen. Das wird zu Recht kritisiert. Allerdings wird auch dort der Systemzwang übersehen: Diese hohen Gewinne konnten überhaupt nur deshalb (einmalig) zustande kommen, weil schon in den Jahren davor massiv eingespart wurde. Die Gewinne resultieren also aus einer letztlich schrumpfenden Wirtschaftsleistung. Um die Kapitalgeber auch weiterhin bei der Stange zu halten, muss immer noch mehr eingespart werden. So ein System führt zwangsläufig zu einer Deflation und Wirtschaftskrise.
15.3.05 Gesetzgebung und Geldwirtschaft
Zunehmend zeigt die Politikverdrossenheit der Bürger Auswirkungen bei Wahlen : Da wird entweder gar nicht zur Wahl gegangen, oder es werden extreme Parteien gewählt. Die Politiker tun ihr Übriges dazu: Da werden immer schneller immer mehr Gesetze und Vorschriften erlassen, ohne dass sich das Volk überhaupt erklären könnte, was dieser Aktionismus soll. Es entsteht der Eindruck, dass „die da oben“ die Kontrolle über die Geschehnisse verlieren. Warum ist das so? Das ist deshalb so, weil die explodierende Staatsverschuldung zunehmend den Handlungsspielraum der Politik eingrenzt. Waren die Zinslasten im Jahr 1950 noch so klein, dass sie unter „ferner liefen“ im Bundeshaushalt registriert wurden, machen sie heute bereits den größten Einzeletatposten aus. Das bedeutet, dass die Verantwortlichen zunehmend damit beschäftigt sind, für das Schuldenmonster das nötige „Futter“ bereitzustellen um damit den Staatsbankrott hinauszuzögern. Man versucht dann, wirtschaftliche Probleme mit juristischen Maßnahmen zu lösen: So soll beispielsweise durch das umstrittene Antidiskriminierungsgesetz eine jede Diskriminierung unter anderem bei der Arbeits- oder Wohnungssuche verhindert werden. Ganz vergessen wird dabei, dass es Diskriminierung bei einer stabilen Wirtschaft gar nicht geben würde: Die Arbeitgeber oder Vermieter würden bei reichlich vorhandener Arbeit und freien Wohnungen geradezu händeringend nach Arbeitskräften und Mietern suchen und wären sogar froh, jemanden gefunden zu haben – egal welche Hautfarbe oder welches Geschlecht er hätte. Der juristische Lösungsansatz jedoch führt nur zu einer Klageflut und löst das grundsätzliche Problem der heutigen Mangelwirtschaft überhaupt nicht. Nicht ein einziger Arbeitsplatz oder eine einzige Wohnung mehr als vorher wird auf dem Markt angeboten. Deutlich wird an diesem Beispiel, dass wirtschaftliche Probleme nicht mit immer mehr Vorschriften gelöst werden können. Im Gegenteil: Je mehr Gesetze und Vorschriften es gibt, umso kleiner wird die Eigeninitiative. Wer ständig Gefahr läuft verklagt zu werden, oder wer von Strafen bedroht wird, der wird sich auch immer weniger anstrengen. Damit wird der Grundpfeiler einer jeden Wirtschaft untergraben und so die Krise noch schlimmer als vorher.
14.1.2005 Die Schulden-Flutkatastrophe steht erst noch bevor! Angesichts der Flutkatastrophe in Südostasien könnte man meinen, dass etwas Schlimmeres für die Menschen gar nicht mehr vorstellbar wäre. Politiker, Superreiche und alle Arten von Prominenz drängt sich beinahe darum zu zeigen, wie hilfsbereit man doch sei. Ebenso tun die Medien alles Erdenkliche, um uns über alle Einzelheiten der Katastrophe zu unterrichten und an unser Spendenbewusstsein zu appellieren. Was jedoch ganz übersehen wird und worüber niemand informiert: Die lautlos vor sich gehende, weltweit wirkende „Schuldenkatastrophe“ verursacht noch weit größere Schäden als dies eine Flut je tun könnte. Inzwischen sind weltweit nahezu alle Länder in der Schuldenfalle gefangen. Das heißt, es müssen immer höhere Kredite genommen werden, nur um die jährlich auflaufenden Zinsverpflichtungen zahlen zu können. Wenn heute in den westlichen Industriestaaten die Schulden im Durchschnitt 3 – 5 mal schneller steigen als die Wertschöpfung, sollte eigentlich jedem klar sein, dass sich hier eine Katastrophe abzeichnet. Doch nicht nur den Staaten, sondern auch den Unternehmen steht das Wasser bis zum Hals. So arbeiten Kleinbetriebe in Deutschland im Schnitt mit fast 99 Prozent Fremdkapital, mittelständische Unternehmen mit über 90 Prozent. Das bedeutet, dass schon kleine Zinsänderungen, Auftragseinbrüche oder ein Abreißen des Kreditstromes – beispielsweise durch rigidere Kreditvergaberichtlinien im Zuge von Basel II – zum Bankrott führen und eine Pleitewelle auslösen können. Nicht zu vergessen die ständig steigende Flut von bankrotten Privatleuten, deren Traum vom Eigenheim beispielsweise durch die steigende Arbeitslosigkeit zunichte gemacht wurde. Lange Zeit galt auch das Dogma, dass Staaten nicht bankrott gehen könnten – was sich nach den Finanzkrisen beispielsweise in Ecuador oder Argentinien in Luft aufgelöst hat. Zählt man dies alles zusammen und vergegenwärtigt man sich das große Leid und die weltweite Not, welche gerade durch dieses Schuldensystem verursacht wird, dann wird schnell deutlich, dass die Flutkatastrophe in Südostasien keineswegs das Schlimmste war, was uns passieren kann. Wie die Geschichte zeigt, sind bisher alle Schuldensysteme früher oder später in Krisen und Kriegen zerbrochen. Zu bedenken gibt, dass die weltweite Verschuldung noch nie so groß war wie heute. Wie es aussieht, steht uns die eigentliche Schulden-Flutkatastrophe erst noch bevor – und das dann nicht nur in Südostasien, sondern weltweit – wenn nicht dieses fehlerhafte Geldsystem reformiert wird.
7.11.2004 Politische Maßnahmen helfen nichts bei einem falschen System. Vielfach ist heute der Glaube in der Bevölkerung verbreitet, dass die Politik maßgeblich unsere Wirtschaft beeinflusst und so Rezessionen verhindern kann. Wenn es zu Krisen kommt, so wird vermutet, bräuchten wir nur „bessere Politiker“ wählen und schon würde wieder alles besser. Doch ist das wirklich so? Hat die Politik überhaupt einen Einfluss auf die Konjunktur und kann sie überhaupt etwas am grundsätzlichen Verlauf ändern? Die Antwort ist: Nein! So ist z.B. die Staatsverschuldung hierzulande permanent mit einer Steigerungsrate von etwa 7 Prozent pro Jahr gewachsen, unabhängig davon, welche Regierung an der Macht war. Das heißt, wir hatten eine Verdopplung der Staatsschulden ungefähr alle 10 Jahre und das sowohl bei „linken“ sozialistischen, als auch bei „rechten“ konservativen Regierungen. Alle reden zwar immer vom „Sparen“ und vom „Schuldenabbau“, aber wirklich erfolgreich war dabei noch keine Partei.. Was kann man daraus schließen? Man kann entweder daraus folgern, dass die Politiker keine Änderung der fatalen Entwicklung wollen, oder dass sie gar nichts ändern können. Bei näherer Betrachtung wird deutlich, dass auch der beste „Sparminister“ der Welt nichts gegen die explodierende Staatsverschuldung machen könnte. Sobald auch nur eine Regierung mit dem „Sparen“ ernst machen würde, müsste es sofort zu einer deflationären Krise kommen. Jedes „Sparen“ bedeutet sofort Auftragsausfälle für die Industrie. So gehen dann eben die Bauunternehmen bankrott, wenn der Staat bspw. seine Baumaßnahmen reduziert oder einstellt. Da heute etwa die Hälfte des Bruttosozialproduktes direkt oder indirekt nur über den Staat finanziert wird, sind alle Sparmaßnahmen von vornherein zum Scheitern verurteilt und würden unmittelbar in den wirtschaftlichen Untergang führen. Nur weil sich der Staat in der Vergangenheit regelmäßig und beinahe zuverlässig verschuldete und damit die Konjunktur ankurbelte, konnte eine Krise bisher verhindert werden. Der Staat ist heute wie ein Drogensüchtiger, der seinen Tod nur durch immer mehr Drogen verhindern kann. Kein Politiker der Welt hätte heute die Möglichkeit, diesen Teufelskreis im heutigen System zu durchbrechen – dementsprechend können auch demokratische Wahlen nicht wirklich etwas an unserer Lage ändern. Ursache dieser Entwicklung ist die Konstruktion unseres Geldsystems, in dem sich Geldvermögen durch Zinserträge von selbst vermehren. Damit diese Zinserträge erwirtschaftet werden können, muss sich irgendjemand genau um diesen Betrag jedes Jahr neu und zusätzlich verschulden. Wenn die Privathaushalte und die Unternehmen immer weniger investieren, dann muss der Staat eingreifen und diese Zinserträge als zusätzliche Schulden aufnehmen, anderenfalls käme es sofort zu einer Deflation. Doch die Schulden wachsen uns nun mehr und mehr über den Kopf. Das Rezept des ständigen Schuldenmachens funktioniert immer weniger. Unser Finanzsystem ist also in Gefahr: Es droht an der Überschuldung zu zerbrechen, wenn alles so weitergeht wie bisher, oder an den Sparmaßnahmen, wenn versucht wird, etwas zu tun. Nur eine wirkliche Systemänderung mit einer Geldreform könnte an dieser verzweifelten Lage etwas ändern.27.8.2004 Jobabbau durch Hartz-Arbeitslosen Gesetze Ab nächstem Jahr soll auf Arbeitslose verstärkt Druck ausgeübt werden. Bereits nach einem Jahr Erwerbslosigkeit soll es nur noch ein geringes, an die Sozialhilfe angelehntes „Arbeitslosengeld 2“ geben. Dabei sollen die Betroffenen dazu gezwungen werden, ihr Vermögen weitgehend aufzubrauchen.Die Verantwortlichen versprechen sich davon mehr Druck auf Arbeitslose und behaupten, dies würde die Motivation der Betroffenen zur Annahme geringer bezahlter Stellen erhöhen. Dies alles würde die Ausgaben für die Arbeitslose senken und einen „Aufschwung“ in der Wirtschaft bewirken, weil Arbeit billiger angeboten wird. Doch stimmt dies wirklich? Was wird mit solchen in der Bevölkerung heftig umstrittenen Maßnahmen volkswirtschaftlich erreicht? Die erste Konsequenz ist, dass in der Bevölkerung massiv Angst und Unsicherheit verbreitet werden. Viele Arbeitnehmer haben heute Angst davor, ihre Erwerbstätigkeit zu verlieren. Wenn gleichzeitig jetzt den Beschäftigten die Sicherheit des sozialen Netzes genommen wird, dann reagiert der Einzelne mit zurückhaltenden Investitionen und geringem Konsum. Wer sich sicher fühlt, kauft ohne Bedenken ein, wer sich jedoch unsicher fühlt, der schränkt sich ein. Dies bedeutet für die Wirtschaft, dass der ohnehin schon schwächelnde Binnenkonsum noch weiter einbrechen wird. Mit anderen Worten: Durch solche fragwürdigen Maßnahmen kann es keinen Aufschwung geben – jeder noch vorhandene Optimismus wird bei den Arbeitnehmern zerstört. Auch das Vertrauen in die Fähigkeit der Verantwortlichen wird beschädigt. Wenn die schnell wachsende Arbeitslosenschar trotz des Mangelangebots an Jobs nur noch als „Drückeberger“ gesehen wird, welche nur nicht arbeiten „wollen“ – dann wird die Kluft zwischen Regierenden und Volk größer und größer. Noch fataler ist die Entscheidung, den Arbeitslosengeld-2-Empfängern nur noch geringes Vermögen zu lassen. Das führt nur dazu, dass die völlig verunsicherten Arbeitslosen und potentiell Erwerbslosen ihre Sparkonten plündern und das Geld wie zu Großmutters Zeiten horten. Dazu werden Wertpapiere verkauft und Lebensversicherungen aufgelöst. Damit wird der Geldkreislauf, die Grundlage unseres Finanzsystems, gebremst, was sich direkt und indirekt wieder in der Finanzstabilität der ganzen Wirtschaft negativ niederschlägt. Alles in allem sind die beschlossenen Maßnahmen keineswegs neue Lösungen, sondern alte Rezepte, welche schon in den deflationären 30er Jahren nur zu einer immer schlimmeren Wirtschaftskrise führten. Die Verantwortlichen haben anscheinend wieder einmal nichts aus der Geschichte gelernt.
3.7.04 Der Sozialabbau als Vorzeichen einer Krise? Der Abbau von Sozialleistungen wird heute als großer Fortschritt gewertet. Im Kernpunkt der meisten „Reformen“ geht es letztlich darum, vor allem die Gelder an Hilfsbedürftige, sowie die Löhne und Arbeitnehmerrechte zu beschränken. Dahinter steht die Logik, dass, wenn der Staat und die Unternehmen weniger Kosten haben, diese dann billiger und rentabler produzieren könnten, womit sich das Wirtschaftswachstum erhöhen würde. Doch wie sieht die Realität aus? In Wirklichkeit sieht es so aus, dass je weniger Geld in den Taschen der Bürger bleibt, die Kaufkraft umso mehr sinkt und damit wiederum die Möglichkeit, Produkte nachzufragen. Je weniger Waren gekauft werden und je weniger verdient wird, desto kleiner fällt am Ende der Gewinn für die Unternehmen aus und damit die Steuereinnahmen des Staates. Mit solchen „Reformen“ stellen sich die beteiligten Institutionen also selbst ein Bein. Wer ist denn eigentlich schuld an der Wirtschaftsmisere? Sind es die Arbeiter, die schon seit Jahren Lohnzuwächse (welche ohnehin durch die schnell steigenden Steuern aufgefressen werden) unterhalb des Produktivitätsanstieges verkraften müssen? Oder die Kapitalkosten der Unternehmen, welche um ein Vielfaches schneller wachsen als alle Lohnkosten, die Bremse für die Wirtschaft? Grundsätzlich sollte einmal hinterfragt werden, wer eigentlich einen Anspruch auf die Wertschöpfung hat: Der Arbeitnehmer und der Unternehmer, welche wirklich etwas leisten oder der Kapitalgeber, welcher außer seiner eher geringen Verwaltungsauslagen und seines im Zins bereits eingepreisten Risikos keine Lasten zu tragen hat? Der ganze Sozialabbau und alle Forderungen nach „mehr Arbeit mit weniger Lohn“ ist möglicherweise ein deutliches Indiz dafür, dass wir vor einer Krise stehen. Er macht deutlich, dass etwas Grundsätzliches in unserem Wirtschaftssystem in Unordnung geraten ist. Warum versperren sich die Wirtschaftsforschungsinstitute, der IWF, die OECD - überhaupt alle Institutionen diesen Fragen und kommen stattdessen mit den immer gleich lautenden angeblichen„Reformen“ und Forderungen, welche aber schon während der Depression der dreißiger Jahre in eine Krise geführt haben?
21.5.04 Durch steigenden Ölpreis und Deflation zur Wirtschaftskrise Weltweit steigt der Ölpreis von einem Rekordhoch zum nächsten. Damit ziehen auch die Preise in vielen Branchen immer mehr an. Steigende Preise werden jedoch heute von der etablierten Wirtschaftswissenschaft als „Inflation“ gedeutet, welche „bekämpft“ werden muss. Bei einer Inflation jedoch steigen die Zinsen, um die Geldentwertung für den Anleger auszugleichen. Doch haben wir heute eine Inflation? Bedeutet ein steigender Ölpreis eine inflationäre Entwicklung? Das ist eben gerade nicht der Fall – im Gegenteil: Wenn die Bürger immer mehr Geld für Benzin und Energie aufwenden müssen, dann haben sie weniger Mittel, um zu konsumieren. Genauso die Unternehmer: Je mehr Mittel die Energiekosten binden, umso weniger kann investiert werden. Mit anderen Worten: Kaufkraft, Konsum und Angebot sinken. Das wiederum führt dazu, dass die Umsätze der Unternehmen einbrechen. Diese sind ja schon heute dazu gezwungen, zu rationalisieren, also Arbeitskräfte auf die Straße zu setzen und zu „sparen“. Das wird sich eher verstärken und bedeutet Deflation. Und diese wird noch deutlich verschlimmert, wenn die Zentralbanken versuchen, die vermeintliche „Inflation“ durch Anhebung ihrer Zinsen zu „bekämpfen“, weil die Wirtschaft unter steigenden Zinsen leidet, ja teilweise Unternehmen unter dem Zinsdienst zusammenbrechen. Daraus folgt: Steigende Preise bedeuten nicht automatisch eine inflationäre Entwicklung – dann nämlich nicht, wenn diese Preissteigerungen nicht von einer Aufblähung der Geldmenge herrühren, sondern von politischen Faktoren, wie Ölpreis, Steuererhöhungen oder Euro-Einführung. Vor allem gibt es keine Inflation, wenn allgemein die Löhne fallen, weil dann eine Lohn-Preis-Spirale, die Grundbedingung jeder Inflation, ausgeschlossen ist. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass wir keineswegs eine Inflation erleben, sondern dass eher eine Deflation auf der Tagesordnung steht. Möglicherweise wird das nicht nur eine Deflation wie in den 30er Jahren, wo die Preise zwischen 1929 und 1934 um 27 % fielen, sondern eine deflationäre Weltwirtschaftskrise, verbunden mit Krieg und Terror – vielleicht die größte Krise der Menschheitsgeschichte.
13.3.04 „Aufschwung“ schon wieder zu Ende? Zunehmend korrigieren Experten und Wirtschaftsforschungsinstitute die Wachstumserwartungen nach unten. Die Hoffnung auf den lange angekündigten „Aufschwung“ schwindet. Den aufmerksamen Beobachter verwundert das wenig, da er nie mit einer Steigerung der Wirtschaftsleistung gerechnet hat, allenfalls mit einem Strohfeuer. Denn wie soll sich auch eine Wirtschaft regenerieren, in welcher die Schulden dreimal schneller ansteigen als die Wirtschaftsleistung? Die entsprechend hohen Kapitalkosten behindern jede positive Entwicklung. Zu versuchen, mit einem immer größeren Wirtschaftswachstum den explodierenden Schuldenberg anzugehen, gleicht dem Versuch eines Krebskranken, durch eigenes Wachstum den Tumor in der Entwicklung einholen zu wollen. Auch alle Arten von „Reformen“ oder „Sparprogrammen“ helfen nicht weiter. Im Gegenteil: Jedes Einschränken der Ausgaben führt an anderer Stelle der Volkswirtschaft zu Einnahmeausfällen und immer kleineren Investitionssummen, letztlich zu Unternehmenspleiten, Arbeitslosigkeit und Deflation. Man muss sich in diesem System wohl oder übel damit abfinden, dass es beim jetzigen Niveau der Schulden nur noch abwärts gehen kann. Das ständige zweckoptimistische Gerede vom „Aufschwung“ bessert keineswegs die Situation, sondern weckt nur Hoffnungen, welche alsbald bitter enttäuscht werden. Es hat letztlich sogar einen gegenteiligen Effekt, weil es die Menschen vom genauen Analysieren der Probleme abhält und jede Lösungsfindung damit untergräbt. Erst wenn der Kranke sich seiner Krankheit in allen Ausmaßen bewusst ist, kann er Gegenmaßnahmen ergreifen und gesund werden. Nur das schonungslose Erkennen der Realität kann eine Änderung bringen. Dazu bedarf es jedoch fundierter Kenntnisse und dem Mut, die Wahrheit zu sagen, ohne auf Massenmeinungen und Ideologien Rücksicht zu nehmen.
14.12.03 Die meisten Reformen führen zur Krise Kaum zu einer anderen Zeit war so viel von Reformen die Rede wie heute. Da sollen die Löhne gekürzt, die Renten eingefroren, das Renteneintrittsalter erhöht, Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt oder Arzthonorare gezahlt werden und manches mehr. Die Experten sind sich anscheinend darin einig, dass nur diese Reformen unsere Wirtschaft von der Lähmung befreien können. Doch sind etwa die Löhne überhaupt das Problem? Wohl kaum, denn das Lohnniveau steigt seit Jahren schon nicht mehr bemerkenswert, und die Nettolöhne sinken sogar durch die schnell wachsende Steuer- und Abgabenlast. Das, was den Betrieben über den Kopf wächst, sind nicht so sehr die Arbeitslöhne, wohl aber ist es die Verschuldung mit den damit verbundenen Kapitalkosten. Seit den 60er Jahren sind die Verbindlichkeiten der Unternehmen mehr als doppelt so schnell gewachsen wie das Bruttosozialprodukt. Damit fressen die Kapitalkosten des höchsten deutschen Schuldenbergs – die Schulden der Unternehmen sind ganz ungefähr so groß wie die Schulden von Staat und Privaten zusammen – immer größere Anteile der Unternehmensgewinne auf. Wenn dann noch – so wie heute – die Märkte gesättigt sind, dann wird es für mehr und mehr Betriebe immer brenzliger, und zwangsläufig erreichen die Insolvenzen jedes Jahr neue Rekordstände. Wenn in dieser Situation dann noch durch Scheinreformen die Löhne und Sozialleistungen gesenkt werden, dann bricht die angeschlagene Kaufkraft der Bevölkerung noch weiter ein. Zwangsläufig führt dies zu weiteren Umsatzeinbußen bei den Unternehmen und einer Verschärfung der Krise – die deflationäre Abwärtsspirale beginnt sich unaufhaltsam zu drehen. Es ist in diesem Zusammenhang erstaunlich, mit welcher Vehemenz heute die These der „zu hohen Löhne“ vertreten wird. Mit solchen Scheinreformen kann es nur immer weiter nach unten gehen.
12.10.03 Rekordverschuldung beim Staat gefährdet Wirtschaft Vor kurzem wurde bekannt, dass der Staat bald eine Rekord-Neuverschuldung eingehen muss. Dabei wurde uns noch vor wenigen Jahren etwas von „Schuldenabbau“, sogar vom „schuldenfreien Staat“ erzählt. 'All das entpuppt sich nun als Augenwischerei, da kein Staat der Welt real seine Schulden reduzieren kann. Warum? Weil die Schulden allein durch die aufgelaufenen Zinsverpflichtungen immer weiter anwachsen, ja sogar explodieren müssen – das ist Mathematik (Zinseszinsrechnung), nichts anderes. Wenn nun die Unternehmen, oder die privaten haushalte nicht genug Kredite nachfragen, dann gerät das System in eine Investitionskrise. Diese kann nur dann verhindert werden, wenn der Staat sich entsprechend höher verschuldet. Das Problem liegt also nicht in „verschwenderischen“ Politikern oder „falscher“ Politik, sondern am System. Auch der beste „Sparminister“ der Welt könnte eine immer höhere Verschuldung nicht verhindern.
Durch die explodierenden Verpflichtungen jedoch kommt auch die Wirtschaft in Form steigender Steuern und Abgaben immer weiter unter Druck: Die Kaufkraft sinkt, die Umsätze sind rückläufig, was die Kaufkraft noch weiter durch steigende Arbeitslosigkeit einschränkt usw. Eine fatale deflationäre Abwärtsspirale schraubt sich immer schneller nach unten. Das alles muss in Zukunft zu sinkenden Aktienkursen, wenn nicht gar zu einem Crash führen.
16.9.03 Automobilindustrie vor der Krise Anlässlich der Internationalen Automobilausstellung werden wieder Hoffnungen geweckt, dass gerade die Autoindustrie unsere Wirtschaft aus dem Konjunkturtal holen könnte. Dabei gehen die Hoffnungen dahin, dass die Bürger immer noch mehr Geld in ihre Fahrzeuge stecken. So wird heute in Neuwagen mehr als doppelt so viel investiert als noch vor zwanzig Jahren. Mit diesem Statussymbol geht eine zunehmende Abhängigkeit unserer ganzen Wirtschaft einher. Die Autoindustrie könnte die Märkte beleben oder aber - wenn es auch hier noch weitere Umsatzeinbrüche gibt, der gesamten deutschen Volkswirtschaft den Todesstoss versetzen.
Um zu klären, was geschehen wird hilft ein nüchterner Blick weiter als Träumereien: Die Bundesbürger haben immer weniger Geld in der Tasche, die Löhne sinken, die Arbeitslosigkeit steigt, ebenso explodieren Steuern und Abgaben. Wie soll die Bevölkerung immer mehr Geld in nicht lebensnotwendige Autos stecken, wenn schon bald für den Lebensunterhalt nicht mehr genug da sein wird?
Die Autoindustrie kann also rein von der Kaufkraftseite her gesehen gar nicht die Wirtschaft aus der Krise führen - im Gegenteil. Hier werden die Menschen als erstes zu sparen beginnen - ein Neuwagen ist eben nicht unbedingt für das Leben notwendig. Hier auf die Exporte zu hoffen, geht auch fehl, da die Probleme im Ausland die gleichen wie hierzulande sind und zwangsläufig auch die Auslandsnachfrage treffen werden.
Es ist erstaunlich, wie heute alle möglichen Veranstaltungen gleich wieder für Zweckoptimismus verwendet werden, um die Augen vor den Gefahren schliessen zu können.
5.9.03 Kapitallebensversicherungen auf tönernen Füssen Zur Zeit freuen sich vor allem die Kapitallebensversicherungen darüber, dass die Aktienkurse wieder kräftig steigen. Teilweise setzen die Versicherungen sogar wieder vermehrt auf Aktien. Zuletzt kamen die Versicherer immer mehr in Bedrängnis, als die Bewertung der Börsenwerte tiefer und tiefer rutschte und damit die Kapitalbasis der zusammenschmolz.
Wenn Sie jedoch berücksichtigen, daß der jüngste Ansteig der Börsenwerte, bspw. des DAX um sage und schreibe 60 Prozent innerhalb weniger Monate, fundamental überhaupt nicht gerechtfertigt war, dann sollte klar werden, auf welch tönernen Füßen die Versicherungen stehen.
Die jetzt aufgebauten Überbewertungen bie Aktien werden früher oder später wieder massiv korrigiert werden. Dann wird es die Kapitallebensversicherungen noch mehr in Bedrängnis bringen, als vor kurzem schon. Wenn der Crash nicht auf Aktien beschränkt, sondern auch Anleihen und Immobilienwerte erfasst sind Bankrotte der Versicherer fast zwangsläufige Folge solch einer Entwicklung.
In diesem Szenario würde gleichzeitig ein großer Teil der privaten Ersparnisse vernichtet. Die Menschen wären zum Sparen gezwungen, die Kaufkraft würde zusammenbrechen, immer mehr Arbeitslose auf der Strasse stehen, das Steueraufkommen des Staates einbrechen. Das Ende wäre eine Deflation, schlimmer als zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise.
26.8.03 Vom trügerischer Dollarkurs-Anstieg zum Crash Seit zwei Jahren hat der Dollar nun seinen größten Wochengewinn verzeichnet. Alle Welt rechnet wieder mit einem Aufschwung in den USA und investiert deshalb Geld, was den Dollar steigen läßt. Doch: Ist dies überhaupt realistisch?
Schon seit vielen Jahren vergrößert sich das Leistungsbilanzdefizit Amerikas. Das bedeutet, daß die USA viel mehr importieren als sie exportieren. Damit verbunden ist eine immer größere Verschuldung der amerikanischen Volkswirtschaft. Das Defizit liegt mittlerweile schon bei über fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt - ein Wert, der bei anderen Staaten schon längst als schwere Störung der Handelsbilanz registriert worden wäre. Doch Amerika scheint die Naturgesetze außer Kraft zu setzen - oder doch nicht?
Das gleiche dachte man über die Wirtschaft Südostasiens - bis die Asienkrise mit einer verfallenden Währung für die betroffenen Staaten kam. Ebenso war es mit Rußland, bis der Rubel zu rutschen begann. Nicht zu vergessen Argentinien, Ecuador oder auch Brasilien. Früher oder später endeten Handelsbilanzungleichgewichte immer in einem Crash. Die Natur - und die Wirtschaft ist auch nur ein Abbild davon - ist so konzipiert, daß sie Ungleichgewichte ausgleicht, was im Crash endet, wenn diese zu groß geworden sind.
Doch Amerika ist nicht ein global gesehen unbedeutender Staat wie Thailand, sondern die größte Volkswirtschaft auf der Welt. Gerät der Dollar ins rutschen, dann reißt er die ganze Weltwirtschaft mit sich in den Abgrund. Die Exporte Europas - allen voran Deutschlands - werden einbrechen, Massenarbeitslosigkeit, Armut, zusammenbrechende Finanzmärkte und Deflation werden die Folge sein.
Es ist nicht die Frage, ob es so weit kommen wird, sondern nur wann es soweit ist.
14.8.03 Notenbank bestätigt Deflationsgefahr Die amerikanische Notenbank Fed bestätigte gestern, daß die Gefahr sinkender Preise (Deflation) viel größer ist, als die steigender Preise (Inflation). Dabei braucht niemand irgendwelche Notenbanker, um zu beurteilen, wohin sich unsere Wirtschaft entwickelt: Die Märkte sind gesättigt, Unternehmen befinden sich in einem ruinösen Wettbewerb und die Reallöhne fallen. Wohin soll das anders führen, als zu einer ausgewachsenen Deflation?
Wenn die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt und die Unternehmen zu immer größeren Preisnachlässen gezwungen werden - wer sollte solch eine Abwärtsspirale noch aufhalten? Woher sollen höhere Löhne und damit steigende Kaufkraft kommen, wenn die Wirtschaft unter einer Last von Rekordschulden stöhnt?
Auch der häufig zu hörende Verweis auf "Marktnischen" geht völlig am Problem vorbei, weil der Markt als Ganzes immer kleiner wird und die Nischen zunehmen durch eine Überzahl an Konkurrenten ausgefüllt werden.
Jetzt wird die Hoffung von Politik, Wirtschaftsvertretern und Medien auf eine Steuerreform gelegt. Aber: Haben Sie je eine Steuerreform erlebt, bei der am Ende die Steuern nicht noch höher wurden als zuvor? Die Pläne dafür liegen bereits auf dem Tisch: So soll diese "Reform" gegenfinanziert werden, indem bisherige Vergünstigungen wie Wohnungsbauzuschüsse oder Pendlerpauschalen gestrichen werden. Damit wird im Endeffekt die Steuerlast erhöht. Im besten Fall bleibt die Steuerreform für die Wirtschaft neutral, eher wahrscheinlich ist es jedoch, daß die Belastungen - wie in der Vergangenheit schon immer - noch erheblich höher werden.
Welche Konsequenzen wird das haben?
Die Kaufkraft wird noch weiter fallen, die Wirtschaftsleistung muß damit sinken, Aktien- und Anleihenmärkte werden einbrechen und kein Notenbanker oder Sparminister der Welt wird daran etwas ändern können.
26.7.2003 Sinkende Kaufkraft bedeutet fallende Kurse
Alle reden heute vom "Sparen". Unternehmen entlassen Arbeitskräfte, kürzen Löhne und streichen Sonderleistungen. Solche Maßnahmen werden an der Börse wiederum mit Kurssteigerungen belohnt. Fast die ganzen besseren Unternehmensergebnisse und gestiegenen Aktienkurse wurden zuletzt nur mit solchen Sparmaßnahmen begründet. Fundamental sieht es demgegenüber düster aus: Die Umsätze fallen, weil die Menschen immer weniger einkaufen.
Was heute auf der Börse und in der Volkswirtschaft ganz vergessen wird: Jede Sparmaßnahme führt direkt und indirekt dazu, daß die Kaufkraft der Bevölkerung in der Summe sinkt. Die Menschen haben weniger Geld in der Tasche und können nicht mehr kaufen. Logische Folge in der Zukunft: Weiter sinkende Umsätze bei den Unternehmen, in der Folge fallende Gewinne und einbrechende Aktienkurse.
Konsequenz: Durch "Sparen" kurzfristig seine Gewinne und seinen Aktienwert aufzubessern wird sich in der Zukunft mit dem genau gegenteiligen Effekt rächen. Langfristig kann es deshalb nur ein weiter zurückgehendes Kursniveau geben.
16.7.2003 Konjunktureinbruch und Haushaltsdefizite
Wie nun bekannt wurde, müssen die USA dieses Jahr ein Haushaltsdefizit von fast einer halben Billionen Dollar hinnehmen. Dies stellt einen nie da gewesenen Rekordverlust dar. Wurde noch vor wenigen Jahren lauthals verkündet, daß in Zukunft der Staatshaushalt Gewinne einfahren wird, so hat man sich nun endgültig von diesen Traumvorstellungen verabschiedet. Doch nicht nur in den USA, überall auf der Welt explodieren die Defizite. Vor allem bei uns in Deutschland wird das Desaster jeden Tag deutlicher. Auch uns wurde vor einigen Jahren noch versprochen, daß nun endgültig Schulden abgebaut würden und der Staat bereits in einigen Jahren schuldenfrei sein soll. Wunschträume und Zweckoptimismus, wie wir heute erfahren können.
Doch warum kann denn kein Staat der Welt je seine Schulden abbauen? Das geht deshalb nicht, weil er in Zeiten von Rezessionen immer konjunkturpolitisch eingreifen muß, da anderenfalls sofort eine deflationäre Abwärtsspirale einsetzt. Wenn immer so schön vom "Sparen" geredet wird, dann wird ganz vergessen, daß wenn bei fast 50 Prozent Staatsquote der Staat sparen würde, plötzlich massiv Nachfrage auf dem Markt fehlen würde, was Pleiten und Bankrotte nach sich ziehen müßte. Die Staaten sind allein von der immer trüberen Konjunkturentwicklung zur Verschuldung gezwungen. natürlich geht dieses Spiel auch nicht unbegrenzt, da die Kapitalkosten zunehmend den Handlungsspielraum der Nationen eingrenzen und die Wirtschaft abwürgen. In jedem Fall droht also in Zukunft eine Krise: Spart der Staat, fehlt Nachfrage auf dem Markt, verschuldet er sich weiter ist er früher oder später bankrott. Krieg war im historischen Verlauf oftmals die einzige Lösung des Problemes. Wer sich unter solchen Bedingungen auf steigende Aktienkurse verlässt, der wird möglicherweise schon bald sein blaues Wunder erleben.
7.7.2003 Crash-Gefahren im Finanzsystem
Nach dem Ende des Irak-Krieges scheint sich auf dem Finanzmarkt wieder optimistische Stimmung durchgesetzt zu haben. Immerhin legte der DAX in den letzten Monaten einen seiner größten Anstiege seit seinem Bestehen hin. Die Entwicklung ähnelt jedoch der Börsenblase vor dem Jahr 2000 - auch damals wurden die fundamentalen Kriterien einfach ignoriert oder schöngeredet. Trotz Asien-, Rußland-, Brasilienkrise schossen die Finanzwerte nach oben, so als ob nichts passiert wäre. Das gleiche passierte nach dem Anschlag in New York im Jahr 2001.
Heute scheinen die meisten Börsenteilnehmer das Ende des Irak-Konfliktes mit einer generellen Lösung aller Probleme gleichzusetzen. Doch wie sieht die Realität aus? Die reale Wirtschaft erleidet die größten Einbußen seit dem Ende des zweiten Weltkrieges, die Arbeitslosigkeit steigt unaufhaltsam, die Schulden ufern aus, die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt und überhaupt wurden Probleme bisher keine gelöst, sondern nur in die Zukunft verschoben. Rechtfertigt dies alles einen Anstieg der Aktienkurse? Ich meine: Nein!
Im Gegenteil: Die fundamentalen Daten zeigen, daß die Kurse in naher Zukunft wieder von der Realität eingeholt werden und auf neue Tiefststände zu sinken drohen. Schon zeigen sich zusätzliche Gefahren: So schätzt die West-LB, daß das Leistungsbilanzdefizit der USA dieses Jahr auf einen Rekordstand von 580 Mrd. Euro steigen könnte. Das bedeutet, daß die Verschuldung der amerikanischen Volkswirtschaft gegenüber dem Ausland in gleichem Maße steigt und einen entsprechenden Druck auf den Dollar-Kurs auslöst. Mit anderen Worten: Der hohe Dollarkurs, der die Börsenblase erst möglich machte, ist stark in Gefahr einmal massiv abzurutschen. Die Folgen wären fatal: Einbrechende Exporte in Europa, Deflation, Depression und Wirtschaftskrise.
Wer da keine durchdachte und auf fundamentalen Kriterien beruhende Geldanlagestrategie hat, der wird herbe Verluste einfahren.
30.6.2003 Sinkende Zinsen - Vorboten einer Finanzkrise
Letzte Woche senkte die amerikanische Notenbank zum dreizehnten mal seit Beginn der Börsenbaisse ihre Leitzinsen - nun auf das tiefste Niveau seit fast einem halben Jahrhundert. Dreizehn Zinssenkungen haben es bisher nicht geschafft, die Börsen und die Wirtschaft wieder nachhaltig nach oben zu bringen und es ist mehr als fraglich, ob dies nun oder auch mit zukünftigen Aktionen gelingen wird.
Diese Maßnahmen können jedoch auch einen gegenteiligen Effekt haben: Kaum jemand spricht heute davon, daß tiefe Zinsen riskant sein können, wenn sie die von Keynes postulierte Liquiditätsgrenze des Kapitals gefährden. Das heißt, daß unter einem bestimmten Zinssatz nicht mehr investiert wird, weil die Rendite zu klein ist. Wer riskiert schon sein Geld für eine Investition, wenn es nur noch ein oder zwei Prozent Rendite gibt? Da ist es einfacher, das Geld erst einmal zurückzuhalten und "bessere Zeiten" abzuwarten. Der Geldkreislauf wird damit gestört und die Wirtschaft fällt in eine Deflation. Das beste Beispiel dafür ist Japan, welches bei Zinssätzen von nahe Null Prozent nicht mehr aus der Krise kommt. Ähnlich war es zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren.
Unterhalb der Liquiditätsgrenze wirken also Zinssenkungen nicht nur nicht mehr, sondern verstärken die Krise noch weiter. Die kommende Entwicklung sieht dann ganz anders aus, als es sich heute viele Notenbanker und Experten heute vorstellen. Der plötzliche Einbruch am Bond-Markt ist unter Umständen nur der Anfang einer verhängnisvollen Entwicklung. Eine durchdachte Absicherung des Vermögens mit fundiertem Hintergrundwissen ist deshalb dringender denn je.
Zu guter Letzt:
Apropos Verschwörung: Stehen zwei Schweine am Trog in einem Maststall und fressen und fressen. Plötzlich sagt das eine: „Du weißt Du was? Ich glaube, die Menschen geben uns nur deshalb so viel zu fressen, damit wir dick und rund werden und am Ende werden sie uns töten und womöglich aufessen.“ Sagt das andere: „Hör endlich auf mit Deinen Verschwörungstheorien und friss weiter"